Diese Website verwendet nur technisch notwendige Cookies.
25.11.2025

Mindestens 100.000 Tote in Gaza / Straflosigkeit treibt Israel an

aus e-mail von Doris Pumphrey, von 25. November 2025, 15:12 Uhr


_RTDE 25.11.2025

_

*Deutsche Studie: Mindestens 100.000 Tote in Gaza


*Wie viele Menschen kostete der israelische Krieg in Gaza bisher das

Leben? In der Ruinenlandschaft des besetzten Gebiets lässt sich das nur

schwer schätzen. Jetzt gibt es eine Berechnung deutscher

Wissenschaftler, die im Fazit einen klaren Begriff gebraucht: Genozid.


Im Verlauf des Gaza-Kriegs gab es bereits mehrere Studien, die

versuchten, die tatsächliche Zahl der Opfer zu ermitteln. Auch wenn die

deutschen Medien überwiegend noch die Zahlen des palästinensischen

Gesundheitsministeriums so wiedergeben, als seien sie unglaubwürdig,

haben unter anderem mehrere Aufsätze, die in der britischen

Medizinzeitschrift /The Lancet/ veröffentlicht wurden, begründet

dargelegt, dass die reale Zahl der Opfer deutlich höher sein dürfte.

Aktuell geht das Gesundheitsministerium von 67.173 Todesopfern des

israelischen Angriffs aus.


Nun wurde die erste Studie

<https://pophealthmetrics.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12963-025-00422-9

veröffentlicht, die ein deutsches Institut erstellt hat: das Rostocker

Max-Planck-Institut für demografische Forschung. Dort wurde nun ein

weiterer statistischer Ansatz verfolgt, unter dem Titel "Accounting for

uncertainty in conflict mortality estimation: an application to the Gaza

War in 2023-2024", auf Deutsch: "Berechnungen für Ungewissheiten bei der

Schätzung der Sterblichkeit in Konflikten: eine Anwendung auf den

Gaza-Krieg 2023-2024". Diese Studie kommt auf eine Spanne von 99.997 bis

125.915; also im Kern auf mindestens 100.000 Tote oder beinahe 50

Prozent mehr, als das palästinensische Gesundheitsministerium meldet.

Das stimmt recht gut mit dem Ergebnis einer neueren Untersuchung von

Haushalten in Gaza überein, die ebenfalls ergab, dass die offiziellen

Zahlen annähernd 35 Prozent unter dem Ergebnis der Befragung lagen.


Außerdem schätzt diese Studie die aktuelle Lebenserwartung in Gaza ab

Geburt. Die Entwicklung der Lebenserwartung ist ein recht sensibler

Indikator für soziale Verhältnisse. Die Veränderung in Gaza dürfte

allerdings selbst für Kriegszeiten extrem sein. Die Lebenserwartung lag

vor dem Krieg für Frauen bei 77 Jahren und für Männer bei 74; 2024 war

sie auf 46 Jahre für Frauen und 36 Jahre für Männer gesunken.


Ein weiteres Merkmal, das die Studie auswertete, war die Alters- und

Geschlechterverteilung der Opfer, und hier findet sich in der

Kurzzusammenfassung der eine Satz, der die vielleicht schärfste Aussage

enthält: "Das Muster aus Alter und Geschlecht der Toten aus dem

Gaza-Konflikt passt zu den Profilen der UN-IGME [einer

organisationsübergreifenden Gruppe der Vereinten Nationen zur

Sterblichkeitsschätzung] aus vergangenen Genoziden."

Ein interessantes Ergebnis, wenige Tage vor einer Reise von

Bundeskanzler Friedrich Merz nach Israel.



https://www.jungewelt.de/artikel/512903.libanon-straflosigkeit-treibt-israel-an.html

25.11.2025


*Straflosigkeit treibt Israel an


*/Von Karin Leukefeld

/

Libanon: Armee greift Beirut an und tötet hochrangigen

Hisbollah-Kommandeur. Die Organisation erwägt »alle Optionen« als Reaktion

/

/Haret Hreik ist ein dichtbewohnter Vorort im Süden Beiruts. Bei einem

israelischen Beschuss zweier Wohnungen in einem Hochhaus in dem Bezirk

sind am Sonntag fünf Personen getötet und mindestens 28 verletzt worden.

Das teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Es handelte sich

um den fünften gezielten Angriff Israels auf die südlichen Vororte von

Beirut, seitdem am 27. November 2024 eine Waffenruhe zwischen Libanon

und Israel in Kraft getreten war.


Laut Hisbollah wurde der hochrangige Kommandeur Haitham Ali Al-Tabatabai

(Sajid Abu Ali) durch den »hinterhältigen israelischen Anschlag«

getötet. Mit ihm starben vier weitere Kämpfer der Hisbollah. Tabatabai

hatte nach Auskunft der Organisation seit den frühen 1990er Jahren eine

führende militärische Rolle gegen die israelischen Besatzungstruppen

inne, die 1982 in die libanesische Hauptstadt Beirut einmarschiert

waren. Die Invasion hatte zur Gründung der Hisbollah geführt. Unter dem

Druck von zahlreichen Guerillaaktionen nach 1990 zogen sich die

israelischen Truppen schließlich im Jahr 2000 aus dem Libanon zurück.

Tabatabai hielt in diesen Jahren führende Positionen im Südlibanon und

gehört zu den Mitbegründern der Hisbollah-Eliteeinheit Radwan.


Nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur /AFP/ war der gezielte

Angriff vom israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu

angeordnet worden. Angeblich sei Tabatabai »führend am Wiederaufbau und

an der Wiederbewaffnung der Hisbollah« beteiligt gewesen. Ein Vertreter

des Politischen Rates der Hisbollah sagte gegenüber dem katarischen

Nachrichtensender /Al-Dschasira/, dass »alle Optionen auf dem Tisch«

seien. Israel habe eine »rote Linie« überschritten, die Partei werde nun

beraten, wie darauf reagiert werde. Er forderte die libanesische

Regierung auf, die »nationale Sicherheit des Landes zu garantieren«.


Vermittelt worden war die Waffenruhe vom November 2024 von den USA und

Frankreich, Israel hat der Vereinbarung nie offiziell zugestimmt. Nach

US-amerikanischen und israelischen Angaben hat Washington der Regierung

in Tel Aviv »grünes Licht« für Angriffe gegeben, sollte es sich vom

Verhalten der Hisbollah bedroht sehen. Belege für seine Behauptungen, es

werde bedroht, werden von Israel weder vorgelegt noch werden sie von den

USA oder Frankreich, die die »Waffenruhe« angeblich überwachen sollen,

eingefordert. Auch der UN-Sicherheitsrat schweigt trotz Hunderten von

Beschwerden der libanesischen Regierung.


Die anhaltende Straflosigkeit ermuntert Israel täglich zu neuen

Angriffen, extralegalen Hinrichtungen, Menschenrechtsverletzungen und

Verwüstungen – nicht nur im Libanon. Mit anhaltenden Geld- und

Waffenlieferungen aus den USA und Deutschland, dem zweitgrößten

Waffenlieferanten an Israel, kann das Land seine täglichen Verbrechen

gegen die Menschheit in den arabischen Nachbarstaaten fortsetzen.


Seit Inkrafttreten der »Waffenruhe« attackiert die israelische Luftwaffe

fast täglich Gebiete im Südlibanon, in der Bekaa-Ebene, Nabatija, Sidon

und Tyre mit Kampfjets und Drohnen. Nach Angaben des libanesischen

Gesundheitsministeriums wurden bei den Angriffen mindestens 331 Personen

getötet, und mindestens 945 wurden verletzt. Keiner der Getöteten waren

offiziellen Angaben zufolge bewaffnet oder unmittelbar in bewaffnete

Aktionen involviert. Die Menschen wurden gezielt auf Motorrädern, in

Autos, in Häusern und Wohnungen getötet.


In einem Bericht von Amnesty International von August 2025 heißt es,

dass zwischen Oktober 2024 und Januar 2025 mehr als 10.000

Gebäudestrukturen ganz oder teilweise von der israelischen Armee

zerstört worden seien. Allein in den Gemeinden Yarin, Dheira und Bustan

habe das Militär mehr als 70 Prozent aller Gebäude zerstört – zu einem

Zeitpunkt, als sie diese Gebiete besetzt hielt und kontrollierte. Das

weise darauf hin, so Amnesty, dass die Zerstörung außerhalb aktiver

Kampfhandlungen erfolgt sei. Die NGO habe im Juni 2025 einen

Fragenkatalog zu dem Vorgehen an die zuständigen israelischen Behörden

gesandt, aber bis zum Erscheinen des Berichts im August keine Antwort

erhalten.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

25.11.2025

Gedenken als Widerstand gegen Kriegstreiberei und Geschichtsfälschung

Screenshot_2025_11_25_at_22_46_56_Gedenken_als_Widerstand_gegen_Kriegstreiberei_und_Geschichtsf_lschung_Transition_News

Ein Ausschnitt von einem der Porträt-Transparente an den Gräberfeldern für sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter auf dem Nürnberger Südfriedhof (alle Fotos bis auf zwei: Tilo Gräser)


transition-news.org, 25. November 2025 von TG.

80 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges wird die Rolle der Sowjetunion zunehmend verschwiegen oder falsch dargestellt. Das trifft auch das Erinnern an den Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher. Eine Veranstaltung in Nürnberg hat sich dagegen gewandt. Tilo Gräser war dabei.
Vor 80 Jahren, am 20. November 1945, begann im Saal 600 des Nürnberger Justizpalastes der erste Prozess gegen die deutschen faschistischen Kriegsverbrecher. Das Internationale Militärtribunal begann an dem Tag seine Arbeit und fällte am 30. September und 1. Oktober 1946 seine Urteile gegen 21 führende Vertreter des faschistischen Dritten Reiches.


Screenshot_2025_11_25_at_22_50_33_Gedenken_als_Widerstand_gegen_Kriegstreiberei_und_Geschichtsf_lschung_Transition_News
Die Urteilsverkündung durch die Richter des Militärtribunals (Foto: National Archives, College Park, MD, USA)


Eigentlich hatte der Prozess schon zwei Tage zuvor, am 18. November in Berlin, begonnen, wo die alliierten Anklagebehörden gemeinsam die Anklageschrift öffentlich vorstellten und die acht Richter aus der Sowjetunion, den USA, Großbritannien und Frankreich vereidigten. Das Verfahren wurde dann im Ostflügel des Nürnberger Justizpalastes durchgeführt, der inmitten der weitgehend zerbombten fränkischen Stadt erhalten geblieben war.

80 Jahre später erinnerte eine Veranstaltung der Gesellschaft für Deutsch-Russische Freundschaft (GDRF) in Nürnberg an den Prozess, seine Hintergründe sowie an die Lehren daraus. Dabei ging es auch darum, dass die Geschichte des 2. Weltkrieges und der Folgen derzeit im Westen umgeschrieben wird, insbesondere mit Blick auf die Rolle der Sowjetunion.

Die Regionalgruppe Bayern der Freundschaftsgesellschaft hatte zu der Veranstaltung eingeladen, die Catrin Heidecker, Leiterin der Gruppe, organisierte. Zum Programm gehörte neben einer Kranzniederlegung an den Gräbern der mehr als 5.000 sowjetischen Kriegsgefangenen auf dem Nürnberger Südfriedhof einschließlich einer kurzen Andacht des russisch-orthodoxen Erzpriesters Pjotr Stepanow und einer Diskussionsrunde zum Thema auch die Vorführung des russischen Spielfilmes «Nürnberg» von Regisseur Nikolai Lebedew aus dem Jahr 2023 nach dem gleichnamigen Roman von Alexander Swjagintsew. Er berichtete danach per Videoschaltung von seiner Arbeit an dem Material für den Film.

Auf dem Friedhof in Nürnberg liegen neben Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern aus mehreren europäischen Ländern auch jene, die aus der Sowjetunion verschleppt wurden und fern ihrer Heimat starben. Auf dem Gelände erinnern Stelen und Namenstafeln an den Gräberfeldern an die Opfer der deutschen Faschisten.


Screenshot_2025_11_25_at_22_51_38_Gedenken_als_Widerstand_gegen_Kriegstreiberei_und_Geschichtsf_lschung_Transition_News
Eines der Transparente mit den Fotos der sowjetischen Opfer an deren Gräbern auf dem Nürnberger Südfriedhof


Sind die Namen und Daten der meist jungen Opfer schon beeindruckend, so wird der bewegende Eindruck noch erhöht durch die Fotos der Ermordeten, Verhungerten und an Krankheit Gestorbenen. Das Russisch-Deutsche Kulturzentrum in der Stadt hat ihre Porträts auf Transparenten zu den jeweiligen Stelen gestellt. Die Aufnahmen hatten die deutschen Faschisten von ihren Opfern gemacht, oftmals ist nicht einmal der Name dabei, nur die Gefangenennummer.

Dank für Mut und Verantwortung

An diese Menschen, die den Deutschen nichts getan hatten und nur versuchten, ihre Heimat zu verteidigen, bevor sie fern von ihr sterben mussten, erinnerte Oleg Krasnitskiy in einer Ansprache. Er ist der Generalkonsul Russlands in Bonn, wo das letzte Generalkonsulat des Landes in Deutschland ist, nachdem die anderen auf deutschen Druck geschlossen wurden. Der Diplomat dankte den deutschen Organisatoren und Teilnehmern:

«In der Realität der heutigen Zeit ist das nicht selbstverständlich, dass solche gemeinsamen Aktionen möglich sind. Das erfordert auch Mut, das erfordert Verantwortung, das setzt voraus, dass Leute an ihre fairen Ziele und Überzeugungen glauben.»

Es sei wichtig, diese Kontakte zu pflegen und offen zu sein für den Dialog sowie die «Diskussion über die heutige schwierige Zeit». Der Diplomat sagte, er sei zuversichtlich, dass diese Kontakte helfen, die deutsch-russischen Beziehungen in Zukunft wieder besser zu gestalten. Mit Blick auf die sowjetischen Opfer des deutschen Faschismus betonte er:

«Diese Gräber sind Zeitzeugen der Naziverbrechen. Diese Gräber sind auch Banner für jetzige und zukünftige Generationen, dass der Frieden bewahrt werden muss. Diese Gräber bestätigen auch, dass gegen das Sowjetvolk, gegen Sowjetmenschen, ein Genozid verübt worden war.»

Moskau bemühe sich darum, dass der faschistische Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion von 1941 bis 1945 international als Völkermord anerkannt wird. Das war auch bei den Nürnberger Prozessen, die als Beginn des modernen Völkerrechts gelten, nicht geschehen, bei denen nur die Vorbereitung und Durchführung eines Angriffskrieges einer der Anklagepunkte war.


Screenshot_2025_11_25_at_22_53_49_Gedenken_als_Widerstand_gegen_Kriegstreiberei_und_Geschichtsf_lschung_Transition_News
Die Anlage auf dem Nürnberger Südfriedhof mit den Gräbern der Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter


Er sehe in Deutschland keine Feindschaft gegen Russland, so Krasnitskiy, die es umgekehrt auch in seiner Heimat nicht gebe. Die aktuelle politische und mediale Russlandfeindschaft werde nur «künstlich erzeugt, um gewisse politische Ziele zu verfolgen, um von der Verantwortung für die wirtschaftlichen Folgen des Konfrontationskurses in Europa abzulenken». Der Konflikt in der Ukraine könne nur gelöst werden, wenn die Sicherheitsinteressen aller Staaten berücksichtigt werden, sagte der russische Diplomat mit Blick auf die Gegenwart.

Erinnerung und Mahnung

Ähnlich beschrieb es Kirill Dragun, Generalkonsul der Republik Belarus in München, in seiner kurzen Ansprache auf dem Friedhof. Auch er befand, «dass diese Veranstaltung unter den heutigen Umständen, der heutigen geopolitischen Situation in Europa, als präzedenzloses Beispiel für den bürgerlichen Mut der Organisatoren und ihr Engagement für die Ideale des Humanismus und Antifaschismus gelten kann».

Er erinnerte daran, dass jeder dritte Einwohner der damaligen Belorussischen Sowjetrepublik durch den Krieg der Faschisten ums Leben kam. «Die Erinnerung an diesen Krieg ist uns heilig», erklärte der Diplomat und fügte hinzu:

«Am wichtigsten ist es, die Erinnerung an die wahren Folgen des Zweiten Weltkrieges zu bewahren und diese Erinnerung durch Veranstaltungen wie diese an zukünftige Generationen weiterzugeben. Das ist unsere Pflicht, unsere Aufgabe, unsere Mission, die wir nur gemeinsam erfüllen können.»

Zuvor hatte Organisatorin Catrin Heidecker darauf hingewiesen, dass Nürnberg als «Stadt der Reichsparteitage» die Stadt ist, in der die Parteitage der NSDAP stattfanden, «in der das Ungeheuerliche ideologisch geplant und vorbereitet wurde». Sie sei «aber auch mit den Prozessen, in denen die Hauptverantwortliche dieser Unmenschlichkeit zur Verantwortung gezogen wurden, in die Weltgeschichte eingegangen».

«Nürnberg steht somit nach der Nacht des Faschismus auch für das Licht der Gerechtigkeit.»

Der Kalte Krieg habe später verhindert, dass die Einigkeit zwischen den Alliierten aus dem Kampf gegen den Faschismus hilft, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. «Schlimmer noch, heute rüstet Deutschland zum dritten Mal wieder für einen Krieg – wieder gegen den Osten, wieder gegen Russland», bedauerte Heidecker. Deutschland solle «kriegstüchtig» und mit Aufrüstung und Militarisierung aller Bereiche gegen den Feind auch «siegfähig» gemacht werden.

Die Gesellschaft für Deutsch-Russische Freundschaft fordert nach den Worten ihrer bayrischen Regionalleiterin «ein Ende des Hasses, der Kriegsunterstützung und der erneuten Kriegsvorbereitung!»

«Das sind wir den Millionen Opfern, derer wir heute und hier gedenken, sowie den künftigen Generationen schuldig. Jeder hat die Pflicht, Völkermord zu verhindern! Das ist unsere Verpflichtung aus Nürnberg!»

Gerechtigkeit und Würde

Zu den insgesamt 120 Teilnehmern auf dem Friedhof sowie bei der Veranstaltung am Nachmittag gehörte Hans Bauer. Er war stellvertretender Generalstaatsanwalt der DDR und ist Vorsitzender der Gesellschaft zur rechtlichen und humanitären Unterstützung (GRH). Auf dem Nürnberger Friedhof erinnerte er daran, dass eigentlich insgesamt 13 alliierte Prozesse gegen deutsche Kriegsverbrecher geplant waren, aber nur einer zustande kam.

Der Anstoß dazu sei von der Sowjetunion gekommen, die erste Prozesse dieser Art bereits 1943 durchführte, so in Charkow. Es sei darum gegangen, «Gerechtigkeit zu üben, die Würde der Opfer wiederherzustellen. Einer gerechten Strafe zuzuführen.» Das Besondere des Nürnberger Prozesses und die Lehre bis heute sei, «dass einzelne Personen, die einen ganzen Staat missbraucht haben, ein ganzes Volk missbraucht haben, zur Verantwortung gezogen werden».

Bauer ging in seiner Ansprache wie später in der Diskussion nach der Filmvorführung auf die aktuelle Geschichtsverfälschung ein. So wurde in einer aktuellen Dokumentation des Senders Arte zum Nürnberger Prozess zwar viel über die faschistische Judenvernichtung gesprochen, aber der faschistische Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion mit seinen 27 Millionen Toten nur beiläufig erwähnt – obwohl es sich um einen der Hauptgründe für das Verfahren vor 80 Jahren handelte.

Es sei kaum zu glauben, so der Jurist, dass die Geschichte so gefälscht werde, dass das EU-Parlament in einer Erklärung behauptete, die Sowjetunion trage Mitschuld am Zweiten Weltkrieg. In Deutschland werde diskutiert, die Denkmäler und Ehrenhaine für sowjetische Soldaten zu verändern oder gar abzureißen, warnte er vor einer «neuen Erinnerungskultur», die das Gedenken an die sowjetischen Opfer auslöscht.

Die Freundschaft mit Russland ist für Bauer nicht nur ein «Gebot der Vernunft», sondern kommt aus «dem tiefsten Herzen», wie er bei der Kranzniederlegung sagte. Nach dem Film berichtete er, dass er auch eine persönliche Beziehung zu dem Hauptkriegsverbrecherprozess von Nürnberg habe. So hat er nach seinen Angaben als DDR-Jurist den sowjetischen Hauptankläger Roman Rudenko bei einem Vortrag erlebt und einen der Journalisten kennengelernt, die damals von Nürnberg berichteten: Markus Wolf, den späteren Aufklärungschef der DDR.

Fehlstellen und Unterschiede

Er habe als Staatsanwalt bewundert, wie es vor 80 Jahren gelang, innerhalb kurzer Zeit den Prozess vorzubereiten, und wie die vier beteiligten Staaten trotz unterschiedlicher Rechtssysteme und Sichten dabei zusammenarbeiteten, erklärte Bauer. Zwar sei damals eine ganze Reihe faschistischer Organisationen als «verbrecherische Organisation» eingestuft worden, so die SS, die NSDAP-Führung und die Gestapo. Aber die deutsche Wehrmacht sei als «etwas Ehrenhaftes» ausgespart worden.

Doch ohne die Wehrmacht hätte der faschistische Vernichtungskrieg gar nicht stattfinden können, stellte Bauer klar und fügte hinzu: «Das war doch eigentlich die Hauptmacht dabei.» Nach dem Nürnberger Prozess habe der schon zuvor begonnene Kalte Krieg mit seiner antisowjetischen Stoßrichtung die Oberhand gewonnen.

Bauer ging auch darauf ein, wie unterschiedlich die in Folge des Zweiten Weltkriegs entstandenen beiden deutschen Staaten BRD und DDR versuchten, die faschistischen Verbrechen zu ahnden. In der alten Bundesrepublik seien etwa 7.000 Kriegsverbrecher verurteilt worden – und oftmals bald wieder aus der Haft entlassen worden –, in der DDR dagegen 13.000.


Screenshot_2025_11_25_at_22_58_34_Gedenken_als_Widerstand_gegen_Kriegstreiberei_und_Geschichtsf_lschung_Transition_News
Die Hauptangeklagten vor dem Militärtribunal in Nürnberg (Foto: National Archives, College Park, MD, USA)


Es gebe eine niederländische Untersuchung über den unterschiedlichen Umgang der beiden deutschen Staaten mit den faschistischen Verbrechern, berichtete Bauer. Das Gemeinsame sei demnach gewesen: Beide gingen nach dem «Unsere Leute»-Prinzip vor. In der DDR seien «unsere Leute» die Opfer der Faschisten und die Widerstandskämpfer gewesen, für die BRD-Politiker dagegen «die Nazis, die wieder eingegliedert wurden».

Der Jurist verwies auf das Beispiel Hans Globke, engster Vertrauensmann des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer. Dessen Vergangenheit hatte ein 1963 in der DDR geführter Prozess gegen ihn aufgedeckt: Der spätere Staatssekretär des Bundeskanzlers hatte im Dritten Reich als Fachjurist maßgeblichen Anteil an der Ausarbeitung der Nürnberger Rassengesetze und verfasste später einen Kommentar zu diesen Gesetzen. Globke zählte damit zu den geistigen Wegbereitern der späteren «Endlösung der Judenfrage».

Auf diesen und ähnlichen Fälle machte 1965 auch das in der DDR veröffentlichte «Braunbuch. Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik» aufmerksam, auf das Bauer ebenso wie auf dessen Wiederveröffentlichung 2012 aufmerksam machte. Darin hatte ein internationales Autorengremium 1.200 Kurzbiografien von einflussreichen Stützen des deutschen Faschismus zusammengefasst, die nach 1945 in der Bundesrepublik Deutschland nicht nur weitgehend straflos ausgingen, sondern hohe und höchste Positionen einnahmen (Minister, Staatssekretäre, Generale und Admirale, Justizbeamte, Staatsanwälte, Richter, leitende Beamte des Auswärtigen Amtes, der Polizei und des Verfassungsschutzes).

Notwendige Erinnerung

Nikita Rajewski, Kultur-Referent der Russischen Botschaft in Deutschland, überbrachte zuvor ein Grußwort von Botschafter Sergej Netschajew. Die Urteile des Nürnberger Tribunals seien «ein zentrales Element des Bewusstseins für die tragischen Lehren der Geschichte, deren Aufarbeitung und rechtliche Bewertung sowie für die Gestaltung des völkerrechtlichen Ordnungsrahmens der modernen Welt», hieß es darin.

«In der gegenwärtigen Realität, wo in einer Reihe von europäischen Staaten die neonazistische Ideologie wieder auflebt, Märsche der SS-Veteranen stattfinden, Kollaboratoren heroisiert werden, Versuche zur Umschreibung und Fälschung der Geschichte zunehmen, Denkmäler für die sowjetischen Befreier abgerissen, Gräber geschändet und Symbole des großen Sieges verboten werden, ist es sehr wichtig, daran zu erinnern, welche enormen Opfer für den Sieg gebracht wurden.»

Den Teilnehmern wurde eine Ausstellung präsentiert, die dem Genozid am sowjetischen Volk während des Großen Vaterländischen Krieges 1941 bis 1945 gewidmet ist. Die Botschafts- und Konsulatsvertreter hatten das Material mitgebracht, das vom Nationalen Zentrum für historische Erinnerung beim Präsidenten der Russischen Föderation erarbeitet worden war.

Unter den Teilnehmern der Veranstaltung am Samstag war auch der Friedens- und Menschenrechtsaktivist Thomas Ulherr aus Nürnberg. Es sei für ihn ein wichtiges Anliegen, an die Geschichte zu erinnern, erklärte der 63-Jährige im Gespräch. Das sei gerade jetzt wichtig, wo sich Nürnberg mit dem Titel «Stadt der Menschenrechte» schmücke und behaupte, «Stadt des Friedens» zu sein.


Screenshot_2025_11_25_at_22_59_37_Gedenken_als_Widerstand_gegen_Kriegstreiberei_und_Geschichtsf_lschung_Transition_News
Der historische Saal 600 des Nürnberger Justizpalastes heute; links standen die Bänke mit den angeklagten Faschisten


Er bedauerte, dass die Stadt nach der kurzfristigen Absage durch den ersten Veranstaltungsort – aus Angst vor Problemen mit der ukrainischen Gemeinschaft – nicht das Rathaus dafür zur Verfügung stellte. Für ihn sind die Nürnberger Prozesse das «Fundament des modernen Völkerrechts», auf dessen Grundlage die Nationen zusammenleben müssten, «damit sie eben ihre Konflikte nicht militärisch, sondern anderweitig lösen, wie wir es im Zivilleben auch tun».

Es gebe in Nürnberg auch eine ganze Reihe offizieller Veranstaltungen zum Beginn des Hauptkriegsverbrecherprozesses vor 80 Jahren. Aber dabei werde die Rolle der Sowjetunion weitgehend ausgeblendet und kämen russische Vertreter kaum zu Wort, kritisierte Ulherr. Das sei aber gewissermaßen eine bundesdeutsche Kontinuität, wobei sich die Stadt in ihrer Erinnerungsarbeit schon offener gezeigt habe.

Lehren und Verdrängtes

Für ihn ist die Lehre aus dem Faschismus, «dass man Unrecht nicht duldet, dass man Tyrannei nicht duldet, dass man die Dinge, die jetzt passieren, eigentlich nicht duldet». Aber gegenwärtig würden «viel zu große Teile unserer Gesellschaft das sehr wohl dulden und nicht nur dulden, sondern aktiv mitmachen».

«Wir haben jetzt in Hessen Meldestellen für Gesinnungsvergehen, für Denkverbrechen. Das muss man sich ja vorstellen, und aufgrund der Meldungen dieser Meldestellen wird sogar dann die Staatsanwaltschaft und die Polizei aktiv. Vollkommen wahnsinnig.»

Er sei «sehr skeptisch» sagte er auf die Frage, ob er Hoffnung auf eine positive Veränderung habe. Auch die Intellektuellen würden erneut versagen, stellte der Friedensaktivist fest und sagte, das gelte auch für die gesellschaftlichen Organisationen wie die Kirchen und die Gewerkschaften. Er hoffe dennoch, «dass der Rest der Bevölkerung doch irgendwie zur Besinnung kommt».

Aaron Lorenz, Jahrgang 1978, aus dem thüringischen Brotterode war nach Nürnberg zu der Veranstaltung gekommen, «weil ich gegen Krieg bin». Sein Opa habe ihm erzählt, wie es im Krieg war. Im Pflegeheim, wo er arbeitete, habe er viele Menschen gesehen, «die das ihren Lebtag lang verdrängt haben, aber zum Ende ihrer Tage sich dann doch befreien wollten». Er habe erlebt, wie manche an ihrem Lebensende daran zerbrochen sind. Und:

«Ich wurde in der Nachtschicht mit Socken beworfen, weil sie dachten, die Russen kommen, und Granaten fallen. So war das in diesen Köpfen und in den Herzen eingebrannt.»

Lorenz hat sich intensiv mit der Geschichte beschäftigt und auch viel darüber gelesen, wie er sagte. Für ihn ist es wichtig, «bei der Wahrheit zu bleiben, die Realität zu betrachten, mir nichts einreden zu lassen, mein Wissen und mein Handeln danach auszurichten, was der Realität entspricht, und nicht diesen Lügen», erklärte er mit kritischem Blick auf Politik und Medien.


Screenshot_2025_11_25_at_23_00_31_Gedenken_als_Widerstand_gegen_Kriegstreiberei_und_Geschichtsf_lschung_Transition_News
Eine Anzeigentafel im Nürnberger Hauptbahnhof – Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander


Der Prozess vor 80 Jahren sei wichtig gewesen, aber heute «wird alles unter den Teppich gekehrt und hingenommen». Er verwies auf das Beispiel des gegenwärtigen israelischen Völkermordes an den Palästinensern. Das Treiben des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu werde nicht verfolgt, während beim Ukraine-Krieg Russland ein «Vernichtungskrieg» vorgeworfen werde und jeder Tote mehr zähle als die ermordeten palästinensischen Kinder und die anderen Opfer im Gaza-Streifen.

Beitrag gegen Einseitigkeit

Der Thüringer machte damit auf etwas aufmerksam, was sich auch in der multimedialen Installation zeigt, welche die Besucher des historischen Saales 600 des Nürnberger Justizpalastes zu sehen bekommen. Dabei wird die Geschichte mit der Gegenwart verknüpft, aber die zahllosen Verbrechen der Kriege des Westens, vor allem der USA, werden ausgelassen. Da werden Ruanda ebenso wie die jugoslawischen Zerfallskriege erwähnt und es wird dazu aufgefordert, Kriegsverbrechen und Völkermord zu ahnden.

Wenig überraschend wird auch Russland wegen des Ukraine-Krieges in der Liste aufgeführt. Am Ende ist die bekannte Menschenrechtsanwältin Amal Clooney zu sehen, die sagt: «Das ist Ihr Nürnberg-Moment, Ihre Chance, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen.» Es wird dabei nicht angegeben, dass sie das 2019 vor dem UN-Sicherheitsrat sagte, als sie forderte, sexuelle Gewalt in Konflikten mit Hilfe eines internationalen Strafgerichts aufzuarbeiten.


Screenshot_2025_11_25_at_23_02_34_Gedenken_als_Widerstand_gegen_Kriegstreiberei_und_Geschichtsf_lschung_Transition_News
Der Ostflügel des Nürnberger Justizpalastes, Ort des Hauptkriegsverbrecherprozesses vor 80 Jahren


Diese einseitige Propaganda sehen täglich Hunderte Besucher des «Memoriums», wie das Museum heißt, das an die Nürnberger Prozesse erinnert. Auch an dem Sonntag nach der Veranstaltung kamen viele zum Nürnberger Justizpalast, um sich über das Geschehen vor 80 Jahren zu informieren.

Am Vortag wurde der wichtige und notwendige Versuch unternommen, an das zu erinnern, was heute ausgelassen wird, wenn es darum geht, was geschah und zum Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess führte. Es war ein notwendiger Beitrag gegen die einseitige Darstellung und Neuschreibung der Geschichte, die heute von jenen betrieben wird, die wieder gegen Russland hetzen und von der eigenen Gesellschaft «Kriegstüchtigkeit» statt Friedensfähigkeit einfordern.

 

Kommentare

25. November, 04:50, von goalive

 Russland hat ein vitales, berechtigtes und sehr aktuelles Interesse daran, seine Rollen in den damaligen Geschehnissen aus seiner Sicht in Erinnerung zu bringen - manches geschönt, das meiste nicht.
 Es sind die Sichten eines Alliierten, der heute vom Westen tendenziell nun selbst gerne zum autokratischen Monster erklärt wird und daran erinnert, dass er selbst einst am Monster der Vergangenheit zu leiden hatte.
 Es geht um die Deutungsmacht, wo sich denn nun grade aktuell das Monster befindet und wie man es verhindert.
 Das Monster ist der Mensch, stellvertretend der Deutsche. Das erstere finden Sie bei Paulus in der Bibel, das letztere in den Gründungsurkunden der UNO: sie bilden die Rechtfertigung, eine Weltregierung aufzusetzen.
https://en.wikipedia.org/wiki/Declaration_of_St_James%27s_Palace
(Anmerkung zu Bauer: das Tribunal war 4 Jahre lang geplant worden, also nicht "schnell aufgesetzt’, wie er glaubt.)
 Jeder Mensch, wenn er einmal gezwungen ist durch Umstände, sein Selbstbild aufzugeben, ohne umgehend eine attraktivere Variante zur Verfügung zu haben, wird auch das Monster in sich finden müssen. Es geht nicht darum, es zu verleugnen, sondern darum es kennen.
 Federführend haben damals die Amerikaner und deren Sozialwissenschaftler und Psychiater die deutsche Umerziehung im Westen gesteuert. Ich empfehle wärmstens Jeffrey K. Olicks Buch "In the House of the hangman", zusammen mit seinem "The Sins of the fathers", das den Umgang der deutschen Politik der Nachkriegszeit akribisch untersucht, das Beste, was ich dazu finden konnte. Als ich letzteres durchgearbeit hatte, musste ich laut lachen, denn es was klar, dass der Umgang keine aufrichtige Beschäftigung damit war - und zwar noch nie!
 Zentraler Sargnagel einer echten Aufarbeitung ist die Implementierung einer Scham-, und eben gerade NICHT einer Schuldkultur, wie von Rechts gerne behauptet wird.
 Schuld, bedeutet, den Täter so gut zu verstehen, dass man WEISS, was seine Motive waren und weshalb er es tat und man so die Chance hat, zu begreifen und der Falle zu entkommen. Verstehen ist nicht Verständnis, das begreift eine Schamkultur nicht.
 Scham ist das Gegenteil von Schuld, sie will nicht begreifen, sondern verdrängen. Scham macht ein Denkmal und behauptet damit nichts zu tun zu haben. Die Anthropologin Ruth Benedict hat damals für die Amerikanischen Umerziehungsbehörden zur Scham/Schuld einen Report geschrieben, der als "Chrysanthemum and the sword" später auch als Buch veröffentlicht worden ist.
 Schamkultur ist, was implemtentiert wurde, was wir haben mit diesen Gedenkveranstaltungen. In Ritualen wird den alten Taten abgeschworen, von denen "man" sich freilich distanziert. So wird aber Schuld, verewigt, weil sie unverstanden bleiben muss. Sie wird zum Denkmal, versteinert, unerlöst, angebetet. Egal, wer dazu die Reden hält.

Info: https://transition-news.org/gedenken-als-widerstand-gegen-kriegstreiberei-und-geschichtsfalschung


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

25.11.2025

Der Brown New Deal, Teil II

Screenshot_2025_11_25_at_10_36_01_Der_Brown_New_Deal_Teil_II


forumgeopolitica.com, Mo. 24 Nov 2025

Als Trump die UNO warnte, dass Länder, die am „grünen Betrug“ festhalten, bankrott gehen würden, hätte Europa darauf hören sollen. Die europäischen Staats- und Regierungschefs weigern sich, ihr Scheitern einzugestehen, und sind vom „Green New Deal“ zum „Brown New Deal“ übergegangen.


Als Trump vor der UN sagte: „Wenn ihr diesen grünen Betrug nicht beendet, wird euer Land scheitern“, log er natürlich. Wenn „euer Land“ Teil der EU ist, dann gibt es kein Entrinnen vor diesem „grünen Betrug“: Das Geld wurde bereits verschwendet und die Energieinfrastruktur ist bereits ruiniert. Russland hat den europäischen Energiemarkt bereits aufgegeben und seine Energieexporte nach Osten verlagert. Für die EU ist eine rasante Deindustrialisierung nun unausweichlich. Trumps Aussage lässt sich daher auf „Euer Land wird scheitern“ verkürzen.

Aber das wollten Europas Staats- und Regierungschefs nicht hören. Einzugestehen, dass Trump Recht hat, käme einem freiwilligen Rücktritt gleich, und das wollten sie nicht. Statt zurückzutreten (was ehrenhaft gewesen wäre), gaben sie grünes Licht für einen neuen, größeren und besseren Betrug, den ich den „Braunen New Deal“ nennen möchte.

Anders als Grün ist Braun stark mit negativen Assoziationen behaftet. Es ist die typische Farbe von Verwelken: Grüne Blätter nehmen beim ersten Frost unzählige schöne Farben an, sinken sanft zu Boden und färben sich nach den Herbstregen unweigerlich braun. Braun war auch die Farbe der Hemden der SA, des paramilitärischen Flügels (Sturmabteilung) der deutschen NSDAP, deren gewalttätiges und widerwärtiges Verhalten Hitler zur Macht verhalf. Braun ist somit auch die Farbe verfallender Nationen. Es ist auch die Farbe von Exkrementen, dank der Pigmentierung durch Bilirubin, einem Abbauprodukt des Häms alter roter Blutkörperchen, das in der Leber produziert und ausgeschieden wird. Bilirubin verleiht Galle und Fäkalien ihre Farbe. Schließlich ist es die Hautfarbe der indigenen Bevölkerung in tropischen Ländern; hier sind es Rassisten, die ihr die negative Bedeutung verleihen.

Ich möchte hier nicht alles über einen Kamm scheren und alles braun darstellen; Es gibt schließlich einige braune Dinge, die durchaus ihren Reiz haben. Da wären natürlich Schokolade und brauner Zucker, die keiner Werbung bedürfen. Dann gibt es die braune Farbe des „starken“, tanninhaltigen Wassers, das von Seeleuten früherer Zeiten geschätzt wurde. Dieses Wasser wurde aus den Mündungen von Flüssen, die Wälder und Sümpfe entwässern, oberhalb der Gezeiten entnommen und in Fässern an Deck von Segelschiffen gelagert. Es dauerte viel länger, bis es „lebendig“ (also grün) wurde. In diesem Fall war, entgegen der Intuition, braunes Wasser trinkbar (wenn auch bitter), während grünes Wasser mit Sicherheit Durchfall verursachte. Und schließlich: Was würden Architekten, Innenarchitekten, Modedesigner, Trumps Make-up-Team und diverse andere Künstler und Handwerker ohne die verschiedenen Beige-, Braun-, Siena-, Umbra-, Taupe- und Rehbrauntöne tun?

Abgesehen von solchen vereinzelten Ausnahmen sind die gebräuchlichsten Assoziationen mit „braun“ Verwesung, Nazis, „Schwarze“ (falls man zufällig ein Nazi ist) und Kot. Diese Fülle an Assoziationen macht Braun zu einer guten Wahl als Farbe der sich auflösenden grünen Bewegung, nachdem deren öffentliches Verblendungsprogramm namens „anthropogener Klimawandel“, die Ablehnung von Kohlenwasserstoffimporten per Pipeline und die üppigen öffentlichen Subventionen für Windkraftanlagen und Solaranlagen eine Ära finanzieller, politischer und wirtschaftlicher Zusammenbrüche in ganz Europa eingeläutet haben. Das neue öffentliche Verblendungsprogramm ist die „russische Aggression“, und die Reaktion darauf erfordert enorme öffentliche Ausgaben für verschiedene Verteidigungsprogramme.

Der Komfort, die Gesundheit und die Sicherheit der städtischen Bevölkerung (55 % der Weltbevölkerung) stehen in direktem Verhältnis zum Pro-Kopf-Energieverbrauch: Eine sinkende Energieverfügbarkeit pro Kopf verringert unmittelbar den Zugang zu ausreichend beheizten und klimatisierten Wohnungen sowie zu Annehmlichkeiten wie Toiletten mit Wasserspülung und fließend warmem und kaltem Wasser, zu Bildung und Gesundheitsversorgung, Sicherheit, Strafverfolgung und den meisten anderen Errungenschaften der Zivilisation. Städte sind für den Betrieb der meisten stationären Anlagen auf Strom und Erdgas und für die meisten beweglichen Fahrzeuge auf Diesel und Benzin angewiesen. Strom kann für den öffentlichen Nahverkehr und den Schienengüterverkehr genutzt werden, ist aber für den Großteil des Straßengüterverkehrs und den gesamten Wassertransport ausgeschlossen. Die Stromerzeugung basiert auf Kernenergie und Kohle zur Deckung der Grundlast und auf Erdgas zum Ausgleich der tageszeitlichen Schwankungen des Strombedarfs. Es ist eine bittere Tatsache, dass ein hoher Pro-Kopf-Energieverbrauch nicht durch den Umstieg auf Wind- und Solarenergie aufrechterhalten werden kann.

Die Folge des Green New Deal ist ein stetig sinkender Lebensstandard in ganz Europa, der auf die eigentliche Ursache – die sinkende Energieerschwinglichkeit pro Kopf – zurückzuführen ist. Es sind eher die angeblich stabilen, sich aber in Wahrheit stetig verschlechternden Lebensbedingungen als eine akute Krise, die die Bevölkerung zum Aufstand und zum Sturz ihrer herrschenden Eliten treiben. Die herrschenden Eliten Europas wissen das, wollen nicht in ganz Europa an den Pranger gestellt werden und versuchen daher, die Schuld zumindest von sich zu weisen oder, noch besser, eine akute Krise zu inszenieren, die sie dann heldenhaft zu bewältigen vortäuschen können.

Ihre bevorzugte, künstlich erzeugte Krise ist der völlig fiktive, aber unmittelbar bevorstehende Angriff der Russischen Föderation auf die Europäische Union. Die lächerliche Lüge, mit der dieses Argument untermauert werden soll, lautet: Sollte die ukrainische Armee besiegt und das illegitime und korrupte Kiewer Regime gestürzt werden, würden russische Panzer durch Europa rollen – genau wie 1945! Die heikle Frage, warum Russland überhaupt an einem solchen Abenteuer interessiert sein sollte, wird durch irrationalen antirussischen Fanatismus umgangen: Die bloße Tatsache, dass die Russen Russen sind, wird als ausreichend angesehen, um ihre Neigung zu solch wahnsinnigem und selbstzerstörerischem Verhalten zu garantieren. Aber da wir keine irrationalen, antirussischen Fanatiker sind, werden wir uns die Zeit nehmen, diese Frage zu beantworten, die wir als Nächstes behandeln werden.


Europa Analyse

10 Kommentare zu
«Der Brown New Deal, Teil II»


C.A.E.N. Mo. 24 Nov 2025, 17:36

,, Das Abenteuer ,,Russische Panzer vor Cottbus - Russische Drohnen über Berlin ,, findet in kranken GEHIRNPUDDINGS der Politkaste statt,,

Die Probleme die wir hier vor Ort haben will sich ein Fuchs Wladimirowitsch Putin bestimmt nicht zu eigen machen.

Der gut gebildete Bürger Soldat russischer Provenienz leidet wie sein westliches Pendant ,, an der Handykrankheit ,,kann Krimsekt u Kamtschatka Garnelen nicht widerstehen ,,die unsrigen ,,Aldisekt u Surimi in Garnelenform.
ABER wenn es darauf ankommt kann er kämpfen UND er weiß das er für sein Vaterland kämpfen wird weil er eines hat

Mein Vaterland ist im Giftschrank ,Schlüssel verlustig .

Auf diesen Kommentar antworten

Antwort auf Heiko Mo. 24 Nov 2025, 19:50

Der Ukrainekonflikt dient vor allem auch dem gesellschaftlichen Klärungsprozess in Russland. Seit Chrustschow ist hier eine gesellschaftliche Orientierungslosigkeit ausgebrochen, die zum intellektuellen Untergang durch die Unterwerfung unter westliche Narrative geführt hat. Deshalb ist die russische Führung auch nicht unbedingt an einem schnellen Sieg interessiert, denn dieser Reinigungs- und Erkenntnisprozess ist immer noch im Gange. Putin hat nicht die Möglichkeiten, die ein Stalin hatte, aber die Aufgabe ist die Gleiche. Das jetzt bitte nicht mit dem Terror verwechseln, den Jeschow entfesselte und der von Stalin beendet wurde.

Auf diesen Kommentar antworten

Antwort auf Herbert Di. 25 Nov 2025, 9:40

Putin ist ein top Stratege. Je langsamer er bei der Befreiung des Donbass vorgeht,um so mehr verarmt Europa. Und die schlauen Politiker in Europa legen es als Schwäche aus!

Auf diesen Kommentar antworten

Antwort auf johann strempfl Mo. 24 Nov 2025, 20:19

Danke an ,,FG,, für diesen Bericht, ebenfalls danke an ,,C.A.E.N.,, für seine Analyse. /
Alle (insbesonders) ,,WESTEUROP.,, Empfehlungen sollten mit Vorsicht zur Kenntnis genommen werden wie,
A)- The Green New Deal und die in Verbindung stehende ,,Energiewende,, mit Slogan wie, - ,,die Sonne ist Gratis,, - ,,der Wind kostet nicht´s,, - mit dem Ergebnis, - ,,Deutschland,, hat die höchsten Strompreise Europas (IST DIES NICHT KOMMISCH) !
B)- der vom Westen inszenierte Putsch in 2014 am Maidan, mit Aussicht und Versprechen, erhalt westl. Standard und westl. Niveau, EU-Beitritt & Co
C)- die westl. Schirmherrschaft von MINSK-I + MINSK-II, diese Täuschung war unter anderem auch Hauptverantwortlich für den Konfliktauslöser ! !
MINSK-II hätte die Ukrainische Souveränität gesichert ! ! !
D)- die im Frühjahr 2022 blockierten Istanbuler Vereinbarungen, ein so Gutes Angebot zu solchen Konditionen bekommt die Ukraine ,,NIE MEHR,, ! !
E)- mit dem westl. Versprechen an die Kiewer ,,Junta,, - Unterstützung so lange als nötig -
wurde das Kiewer Regime zum weitermachen gezwungen.
F)- der ständige westl. Slogan, - ,,WAFFEN SCHAFFT FRIEDEN,, ! !
G)- die ständige Aufmunterung - ,,sie (Ukraine) verdeitigen unser Werte ! !
H)- im Sommer 2025, USA-Angebot zum erhalt von ,,Frieden,, wurde neuerlich verworfen und seitens den Europäern sabotiert
I)- jetzig vorliegendes 28-Pkte - Friedenspapier, wiederum zeigen sich die westl. Europäer als ,,Saboteure,, (Kriegstreiber) !
J)- der Westen, insbesonders die Europäer (bis auf wenige Ausnahmen) kapieren nicht,
,,DER SIEGER BESTIMMT DIE REGELN,,
K)- sollte die jetzige ,,28-Pkte - Gelegenheit,, seitens der Ukraine vertan werden, ist das Gebiet bis einschl. Odessa auch Geschichte, wobei durchaus die Möglichkeit besteht, dass dieses Gebiet auch über ein Referendum in Richtung RU geht, kann mir gut Vorstellen, dass die Sache ,,Referendum,, in den Verhandlungspapieren auftaucht, denn solches Vorgehen ist im prinzip die demokratischste Lösung !

RESÜMEE: Alle, insbesonders von den Europäern gemachten Empfehlungen haben der Ukraine viel mehr geschadet als geholfen ! !
Kenne viele Ukrainer die dieses kapieren und verstehen, jedoch die Kiewer Eliten vertreten halt auch andere Interessen.
PS: Habe in der Ukraine ein Sprichwort gehört, was man mit Geld nicht erledigen kann, kann man mit viel Geld erledigen ! !

Auf diesen Kommentar antworten

Antwort auf C.A.E.N. Mo. 24 Nov 2025, 22:18

# J.Strempfl

Referendum richtig Russland,,,,,,??
Östlich des Dnepr vielleicht zu Ru

Meine alten Atlanten ( 1792 –––1945 )sagen westlich des Dnepr warten Polen ,Ungarn,Rumänien und Litauen auf Beute ( K u K Austria scheidet wohl aus )
Wenn sich jeder seinen Brocken geholt hat ist die Ukraine automatisch in der Brüssel EU u in der NATO .
Die früheren Allierten , heute die Willingen , nehmen es nicht so genau mit dem Länder Monopoly

PS: Es gab schon mal ein 14 Punkte Plan von Wilson ( Donald hat verdoppelt )
Was die Alt Willingen 1919 draus gemacht haben führte in ein Meer aus Blut

Passende Literatur
Der erzwungene Krieg , David L Hoggan 1961
Wer Hitler mächtig machte ,G.G. Preparata 2005
Es gibt noch viel mehr ….

Wenn die aktuellen Willingen fertig haben und man folgt der Aritmetik der Geschichte wird das Schwarze Meer , in zwei Dekaten ,zum Blutmeer ( das Rote Meer gibt es ja schon )

Auf diesen Kommentar antworten

Antwort auf johann strempfl Di. 25 Nov 2025, 7:12

@C.A.E.N. - Danke, ihr Kommentar hat einiges an Aussagekraft. / Odessa, die Stadt der ,,Katherina der II,, ist die eigentlich ,,Russischste - Stadt,, in der Ukraine.
Egal ob die Stadt, erzwungen durch Gewalt oder Referendum, nach meinem Gefühl wird Sie nach RU heimkehren. Wie ja bekannt, dort leben ja in etwa an 90% RU-sprachige Bevölkerung.
Weiters, in den westl. MSM + ÖRR total vernachlässigt, dort gibt es bereits aktiven ,,Untergrund,, ! ! Nahezu alle RU Raketenangriffe in diese Region passieren auf ,,Untergr. Koordinaten,, ! !
Ausserdem, wie auch aus Ihrem Bericht gut heraus zu lesen, das ,,Fressen,, in der UA ist noch nicht vorbei, im Hintergrund warten schon die westl. Hyänen, zeigen und spielen sich als grosse Helfer und Lieferanten auf, in Wirklichkeit ist denen die UA völlig egal, was sich jetzt auch zeigt im 28-Pkte - Papier in Ihrer Einmischung, es geht nur um RU zu schwächen, am Besten, RU in Stücke aufzuteilen, damit der Zugang besser und wirksamer bewerkstelligt werden kann.

Zur Erinnerung - Winston Churchill Zitat: ,,wir haben das falsche Schwein geschlachtet,, ! !
Danke für Ihre Literatur - Tipps, bin leider so nebenbei noch mit Arbeit eingedeckt, womit ich mir meine kostbare Zeit genau einteilen muss, trotzdem vielen Dank und Grüsse aus Graz.

Auf diesen Kommentar antworten

Heiko Mo. 24 Nov 2025, 19:44

Dieser "grüne Betrug", vor dem Trump da warnt, ist doch ein Projekt des US-Finanzkapitals. Da alle westeuropäischen Spitzenpolitiker aus den Labors für politische Retortenbabies dieses Finanzkapitals kommen, kann man von ihnen nicht erwarten, in Trumps Worten eine sinnvolle Warnung zu hören.
Das ist ja das große Problem, dass die meisten Menschen nicht wissen oder wissen wollen, warum bestimmte Politiker in bestimmten Positionen sind und andere nicht. Leider klären auch die, die es wissen müssten, wie z.B. Frau Wagenknecht, die Masse nicht darüber auf. So wird die Politik als etwas Genuines und Primäres hingestellt, was es nicht ist und niemals war. Das Kapital hat seine Hausaufgaben gemacht.

Auf diesen Kommentar antworten

Herbert Di. 25 Nov 2025, 9:36

Interessant wäre es auch mal zu untersuchen wie viele Aktien die grössten 3 Kriegstreiber,(F,D,GB) von der Waffenindustrie erhalten haben.Alle 3 haben ja auch grosse Probleme in ihrem eigenen Land.

Auf diesen Kommentar antworten

Antwort auf C.A.E.N. Di. 25 Nov 2025, 10:00

Moin Herbert,
D ist erst seit es sich in der Brüssel EU sicher fühlt zum Kriegstreiber geworden
F hat gerne immer gezündelt ,hat sich aber nach 1870 nicht mehr alleine getraut
UK der Kriegstreiber schlecht hin
USA geht gerne Kriege ein ,wenn es ein Deal ist/wird

Obige Darstellung sehr Plakativ aber leicht zuverstehen

Die Konstrukte der drei großen Europäischen Kriege

WW I
WW II
Ukrainekrieg

Sind fast immer gleich ,,die Deal‘s ,,sind so offensichtlich

Die geplanten Verlierer ( aus WWI + WWII )wurden nie in einen Friedensprozess eingebunden
( die damaligen Willingen haben das so beschlossen)
Der geplante Verlierer aus dem aktuellen Krieg , Russland, ist aus EU Sicht auch nicht eingebunden .

In welcher Stadt wird demnächst Nürnberg stattfinden mit der Anklage RU

Auf diesen Kommentar antworten

roberto Di. 25 Nov 2025, 10:06

Always great to read Dmitry!



Info: https://forumgeopolitica.com/de/artikel/der-brown-new-deal-teil-ii


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

25.11.2025

Der Frieden soll warten, Rosskur in Belgien – und Tsipras tritt nach

lostineu.eu, 25. November 2025

Die Watchlist EUropa vom 25. November 2025 – Heute mit News und Analysen zum diplomatischen “Blitzkrieg” gegen Trumps 28-Punkte-Plan, der schweren Krise im Kernland der EU und den Memoiren eines legendären früheren griechischen Premierministers.

Diesen Newsletter können Sie abonnieren – er kommt dann dreimal pro Woche per Mail, natürlich ohne Paywall. Mehr bei STEADY

Donald Trump hatte es eilig. Bis zum Thanksgiving am Donnerstag müsse Präsident Selenskyj in den mit Russland vereinbarten Friedensplan einwilligen, sonst würde er der Ukraine die amerikanische Unterstützung entziehen. Das Blutvergießen müsse ein Ende haben, forderte Trump.

Doch er hat die Rechnung ohne die EUropäer gemacht. In einer diplomatischen Anstrengung ohnegleichen setzten sie – noch dazu von Afrika aus – alle Hebel in Bewegung, um Trumps 28-Punkte-Plan zu korrigieren und zu revidieren. Das Ergebnis: Ein schneller Frieden ist nicht mehr in Sicht.

„Frieden in der Ukraine gibt es nicht über Nacht“, sagte Kanzler Merz nach einem EU-Sondergipfel zum Ukraine-Krieg in Angolas Hauptstadt Luanda. Man habe den Text erfolgreich überarbeitet und die von Trump gesetzte Deadline aufgeschoben. Der Frieden kann und soll warten.

Auf Kosten der Ukraine

Das ist in mehrerer Hinsicht bemerkenswert. Zum einen scheint es Merz nicht zu stören, daß sich die militärische, politische und finanzielle Lage in der Ukraine täglich verschlechtert. Dem Land steht der bisher härteste Kriegs-Winter bevor, im Frühjahr droht die Pleite. Doch Eile scheint nicht geboten.

Eilig haben es die EUropäer offenbar nur, wenn es darum gilt, Trump “im Boot” zu halten und die eigenen Ansprüche zu verteidigen. Dann kann alles ganz schnell gehen, dann spricht man sogar wieder die Sprache der Diplomatie. Die EU kann “es” also noch – aber nur, wenn es ans Eingemachte geht.

Und was sind nun die Essentials? Folgt man den Erklärungen der letzten Tage, so kämpft die EU nicht nur um die territoriale Integrität der Ukraine und deren “Recht” auf einen Nato-Beitritt, was angesichts der Vorgeschichte (Kosovo-Krieg, Streit um die Nato-Osterweiterung) bizarr anmutet.

Diplomatischer “Blitzkrieg”

Laut “Euronews” haben die EUropäer auch für die 200 Mrd. Euro schweren russischen Assets und “ihre” Sanktionen gestritten. Sie wollen die Kontrolle behalten. Verständlich – denn das ist die einzige Verhandlungsmasse, die sie in mögliche Gespräche einbringen können.

Allerdings hat die EU nicht etwa angeboten, selbst in Verhandlungen mit Russland einzutreten. Sie will auch keine Sanktionen lockern oder “eingefrorenes” Vermögen freigeben, um einen Anreiz für eine Friedenslösung zu schaffen. Der “diplomatische Blitzkrieg” verfolgt ein anderes Ziel.

Die EUropäer wollen Trump ausbremsen und Putin abschrecken. Über Frieden möchten sie erst reden, wenn sie – gemeinsam mit der Ukraine – selbst die Bedingungen diktieren können. Doch wann soll das sein? Zu Thanksgiving, so viel steht fest, wird es nicht mehr klappen…

Meine Meinung: EUropa hat sich zurück ins Spiel gekämpft – aber um welchen Preis? Die EU weckt nicht nur den fatalen Eindruck, daß ihr Frieden letztlich nicht so wichtig ist. Sie riskiert auch, sich bei einem Scheitern der Verhandlungen allein wiederzufinden. Wenn Trump seine Unterstützung entzieht, dürfte der Krieg schnell außer Kontrolle geraten, die Kosten auch…

Siehe auch Der ehemalige Westen verhandelt mit sich selbst

P.S. Der Kreml lehnt den europäischen Gegenvorschlag ab. Der Plan sei “völlig unkonstruktiv” und funktioniere für Moskau nicht, sagte der außenpolitische Berater J. Uschakow. Derweil zog der ukrainische Parlamentspräsident Stefantschuk erneut „rote Linien“. Damit rückt Frieden wieder in weite Ferne…

News & Updates

Rosskur in Belgien. Das Kernland der EU, Sitz der wichtigsten europäischen Institutionen, rutscht immer tiefer in die Krise. Während die Gewerkschaften einen dreitägigen Streik gegen die Austeritätspolitik begonnen haben, hat sich die Regierung auf neue Einschnitte im Sozialsystem geeinigt. Nach den Renten sollen nun auch die Löhne gekürzt bzw. nicht mehr automatisch an die Inflation angepasst werden. Zudem gibt es tiefe Schnitte im Gesundheitssystem. – Einzig “gute” Nachricht: Premier De Wever bleibt, eine Regierungskrise und Neuwahlen wurden abgewendet. Der flämische Nationalist hatte mit Rücktritt gedroht und ein Ultimatum bis Weihnachten gesetzt…Mein Bericht in der “taz”

USA machen Druck. Die USA haben eine Änderung der EU-Digitalregeln zur Bedingung für niedrigere Stahlzölle gemacht. US-Handelsminister Lutnick forderte die EUropäer auf, einen “ausgewogenen Ansatz zu finden”, der für die USA “funktioniert”. Erst dann werde Washington “die Stahl- und Aluminiumfragen angehen”. EU-Handelskommissar Sefcovic erklärte sich promot bereit, die Forderungen zu prüfen. – Er knickt also schon wieder ein. In vorauseilendem Gehorsam hatte Brüssel schon der vergangenen Woche eine Lockerung ihrer Digitalgesetze vorgeschlagen…

EU umwirbt Afrika. Die EU hat auf einem Gipfel mit der Afrikanischen Union in Angola um eine stärkere Zusammenarbeit geworben. “Afrika ist ein Kontinent der Chancen”, sagte Bundeskanzler Merz. Elf der 20 weltweit am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften lägen in Afrika, sagte Merz. “Das Potenzial ist ganz offensichtlich.” Kommissionschefin von der Leyen warb für eine Freihandelszone. – Doch der europäische Einfluß in Afrika schwindet. Frankreich muß sich aus seinem ehemaligen Kolonien zurückziehen, China und sogar Russland sind auf dem Vormarsch…

Das Letzte

Tsipras tritt nach. Er war ein Star der Linken, dann machte ihm der deutsche Finanzminister Schäuble den politischen Garaus: Zehn Jahre nach der Schuldenkrise in Griechenland und dem Beinahe-Rauswurf aus dem Euro hat der frühere Premier Tsipras seine Memoiren veröffentlicht. Folgt man “Politico”, so sucht er die Schuld für das Scheitern vor allem bei seinem damaligen Finanzminister Varoufakis. Der sei “mehr Star als Ökonom” gewesen und habe alle gegen sich aufgebracht – nicht nur Schäuble und die Eurogruppe, sondern am Ende auch sein eigenes Ministerium. Allerdings war es Tsipras, der Varoufakis zum Finanzminister machte. Tsipras war es auch, der nach dem Referendum im Sommer 2015 und dem “Nein” zu den Auflagen aus Berlin eine brutale Kehrtwende hinlegte – und die deutschen Vorgaben schluckte. Danach ist es still um ihn geworden. Varoufakis hingegen ist weiter politisch aktiv…


Eric Bonse

Eric Bonse

EU-Korrespondent und Blogger bei Lost in EUrope

Ich arbeite seit 2004 als fest akkreditierter EU-Korrespondent für deutsche Medien in Brüssel. Mehr als 25 Jahre Erfahrung in Europapolitik, deutsch-französischen Beziehungen und Foreign Affairs. Blogge hier seit 2011 ????

Mehr Newsletter hier. Mehr News & Updates hier

3 Comments

  1. WBD
    25. November 2025 @ 09:18

    ebo: “Derweil zog der ukrainische Parlamentspräsident Stefantschuk erneut „rote Linien“. Damit rückt Frieden wieder in weite Ferne…”
    im russischen Telegram-Kanal ‘Slavyangrad’ werden diese roten Linien so zitert – mit der Quelle ‘Ukrinform’ aus der Ukraine:
    “Crimea is Ukraine, part of the Ukrainian state, and the war will end when Crimea is returned to the territorial integrity of Ukraine,” Stefanchuk’s words are reported by the correspondent of “Ukrinform.”
    Friede? NEVER !

Antworten

  • Thomas Damrau
    25. November 2025 @ 08:46

    Heute früh reitet die deutsche Politik wieder auf dem Narrativ “Wir haben eingegriffen und das Schlimmste verhindert”. Das Hineinverhandeln eigener Positionen ist einerseits Teil des Prozesses. (Und das ist bei einem US-Präsidenten, dessen aktuelle Meinung stark von der Qualität des Frühstücks und vom jeweils letzten Gesprächspartner formatiert wird, durchaus möglich.)

    Andererseits höre ich aus den Zielvorstellungen deutscher PolitikerInnen die zwei Positionen heraus, auf die Russland mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht eingehen wird:
    — erst Waffenstillstand und dann im Detail verhandeln
    — Sicherheitsgarantien für die Ukraine, die auf eine halbe NATO‑Mitgliedschaft hinauslaufen

    Ein solches Vorgehen kann schnell nach hinten losgehen. Wenn die US-Administration die überarbeiteten Positionen nach Moskau schickt und sich ein Njet einhandelt, könnte Trump sehr schnell die Schuld bei den “stupid Europeans” suchen.

    Antworten

  • Schreibe einen Kommentar

    Login with your Social ID


    Info: https://lostineu.eu/ukraine-frieden-kann-warten-belgien-muss-leiden-und-tsipras-tritt-nach/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Drei Tage Streik in Belgien – De Wever antwortet mit neuen Sozialkürzungen


    lostineu.eu, 24. November 2025

    Das hat Belgien seit den wilden 80er Jahren nicht mehr erlebt: Die Gewerkschaften haben nicht einen, sondern gleich drei Tage „grève nationale“, also einen landesweiten Streik, ausgerufen.

    Mit den Protesten, die am Montag begannen und bis Mittwoch dauern sollen, wollen die Arbeitnehmervertreter gegen die Austeritätspolitik der rechtsliberalen Regierung um Premier De Wever (N-VA, flämische Nationalisten) protestieren.

    De Wever quittierte den historischen Streik auf seine Art: mit noch mehr Zumutungen.

    Wenige Stunden, nachdem Eisenbahner, Bus- und Metrofahrer und andere öffentlich Bedienstete die Arbeit niedergelegt hatten, verkündete der Premier eine Einigung im wochenlangen Budgetstreit.

    Sie sieht Einsparungen in Höhe von 9,2 Mrd. Euro vor. Die Maßnahmen, die bis 2029 umgesetzt werden sollen, bringen weitere soziale Einschnitte und Härten.

    So sollen zwei Milliarden im Gesundheitswesen gekürzt werden. Die so genannte „Arizona“-Regierung will auch 100.000 Langzeitpatienten wieder in Lohn und Brot bringen, um noch mehr Geld zu sparen…

    1 Comment

    1. KK
      24. November 2025 @ 21:53

      Wer aufmuckt, bekommt die Knute. Wie einst im Feudalismus.



    Info: https://lostineu.eu/drei-tage-streik-in-belgien-de-wever-antwortet-mit-neuen-sozialkuerzungen/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.





    Weiteres: 





    Auch beim Handel macht Trump wieder Druck


    Screenshot_2025_11_25_at_10_18_46_Lost_in_EUrope_Update


    lostineu.eu, vom 24. November 2025

    Die EU läuft US-Präsident Trump nicht nur in der Ukrainepolitik hinterher. Auch beim Handel muß sie betteln – immer noch.

    Nur wenige Wochen nach dem ungleichen Handelsdeal mit Trump, der zulasten EUropas geht, sind immer noch nicht alle Probleme gelöst.

    Bei einem Treffen mit US-Handelsminister Lutnick und dem US-Handelsbeauftragten Greer in Brüssel hat die EU auf eine Senkung der US-Stahlzölle gedrungen.

    “Es liegt noch Arbeit vor uns, vor allem bei Stahl und Stahlderivaten”, sagte EU-Handelskommissar Sefcovic. Eine Einigung erwarte er bei der Sitzung allerdings nicht.

    “Heute geht es nicht um Verhandlungen, sondern um eine Bestandsaufnahme”, so Sefcovic.

    Alles andere könnte nämlich Trump verärgern – und die europäischen Korrekturen an seinem Ukraine-Friedensplan in Frage stellen…

    Mehr zur Handelspolitik hier

    P.S. Die USA haben eine Änderung der EU-Digitalregeln zur Bedingung für niedrigere Stahlzölle gemacht. US-Handelsminister Lutnick forderte die EUropäer auf, einen “ausgewogenen Ansatz zu finden”, der für die USA “funktioniert”. Erst dann werde Washington “die Stahl- und Aluminiumfragen angehen”. Handelskommissar Sefcovic erklärte sich bereit, die Forderungen zu prüfen. Er knickt also schon wieder ein…

    3 Comments

    1. Michael
      24. November 2025 @ 13:21

      Vasallen betteln nicht. Vasallen bekommen ein Lehen und bei guter Führung ab und zu einen Obulus.

    Antworten

    • KK
      24. November 2025 @ 21:52

      Oder ist die EU statt eines Vasallen nicht doch eher bloß noch ein devoter Köter, der winselt, dass ihm sein Herr einen Knochen in den Zwinger wirft?

      Antworten

      • Karl
        25. November 2025 @ 08:35

        @ KK: Nein, Vasallen können wie Sklaven oder Köter oder Nichtsnutze behandelt werden. Das hängt von der Laune des Zwingherren ab. Der Vasall ist eine Rechtsfigur des Feudalismus (= der tiefsten Rückständigkeit Europas).
        Natürlich würden Vasallen besser behandelt, wenn der Zwingherr fürchten müsste, dass sie wegen ihres politischen Gewichts sich unabhängig machen könnten und/oder ihre Dienste verschiedenen Herren anbieten könnten.


    Info: https://lostineu.eu/auch-beim-handel-muss-die-eu-bei-trump-betteln/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.11.2025

    Nachrichten von Pressenza: „Ich habe dieses Foto für die Abschlussfeier gemacht, nicht für eine Beerdigung“

    aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 25. November 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 25.11.2025


    „Ich habe dieses Foto für die Abschlussfeier gemacht, nicht für eine Beerdigung“


    „Ich habe dieses Foto für die Abschlussfeier gemacht, nicht für eine Beerdigung – Zu Beginn der umfassenden Invasion (so wird der Krieg mit der Russischen Föderation, der im Februar 2022 begann, in Abgrenzung zum 2014 ausgebrochenen Krieg um die Hoheit&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/ich-habe-dieses-foto-fuer-die-abschlussfeier-gemacht-nicht-fuer-eine-beerdigung/


     -----------------------


    Ungarn: Ins Gefängnis für die Pride? Ein Interview mit Organisator Géza Buzás-Hábel


    Zum ersten Mal in der Geschichte der EU wird ein Mensch strafrechtlich verfolgt, weil er eine Pride organisiert hat: Géza Buzás-Hábel ist Pädagoge aus Südungarn, ein Rom, offen queer und seit Jahren als Menschrechtsaktivist aktiv. Für die Planung der Pécs-Pride&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/ungarn-ins-gefaengnis-fuer-die-pride-ein-interview-mit-organisator-geza-buzas-habel/


     -----------------------


    Gratwanderung der Demokratie: Tschechien zwischen dem Willen des Volkes und präsidialer Kontrolle


    Die politische Lage in Tschechien nach den jüngsten Wahlen scheint paradox und stellt die Grundlagen der Demokratie infrage. Der klare Sieg der Partei ANO (Tschechisch für «Ja») unter der Führung von Andrej Babiš zusammen mit zwei weiteren verbündeten Parteien hat&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/gratwanderung-der-demokratie-tschechien-zwischen-dem-willen-des-volkes-und-praesidialer-kontrolle/


     -----------------------


    Der Spannungsfall


    Leitmedien treiben die Debatte über die Ausrufung des „Spannungsfalls“ voran, einer Vorstufe zum „Verteidigungsfall“. Er wäre mit erheblichen Einschränkungen grundlegender Rechte verbunden. Deutsche Leitmedien treiben die Debatte über die Ausrufung des „Spannungsfalls“, einer Vorstufe zum „Verteidigungsfall“, voran. Am Mittwoch begründete&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/der-spannungsfall/


     -----------------------


    Indira-Gandhi-Preis für Frieden, Abrüstung und Entwicklung geht an Chiles Ex-Präsidentin Michelle Bachelet


    Es ist der 19. November, Geburtstag der Eisernen Lady und stärksten ehemaligen Premierministerin Indiens, der verstorbenen Indira Gandhi. Die ehemalige Kongresspräsidentin Sonia Gandhi, Vorsitzende des Indira Gandhi Memorial Trust, überreicht den Indira-Gandhi-Preis für Frieden, Abrüstung und Entwicklung für das Jahr 2024 an Ihre Exzellenz Frau&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/indira-gandhi-preis-fuer-frieden-abruestung-und-entwicklung-geht-an-chiles-ex-praesidentin-michelle-bachelet/


     -----------------------


    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.11.2025

    Nakba-Gedenken

    medico.de, vom 14.05.2025, #gaza  Transit Tantura





     

     


     


     

    Eines der wenigen noch existierenden Häuser von Tantura, heute: Dor Beach Resort, südlich von Haifa. (Foto: Dr. Avishai Teicher, CC BY 2.5) 


    In Haifa setzen sich medico-Partner:innen für eine Offenlegung der Verbrechen im Zuge der israelischen Staatsgründung und für eine Veränderung des Umgangs damit ein.

    Von Riad Othman

    Jedes Jahr gedenken Palästinenser:innen in Israel, in Palästina und weltweit am 15. Mai der ethnischen Säuberung von etwa 750.000 Menschen aus dem Gebiet, das im Krieg von 1948 zu Israel wurde. Palästinenser:innen bezeichnen das Ereignis als Nakba (arabisch: Katastrophe).

    In Haifa arbeiten mehrere medico-Partnerorganisationen gegen die Entrechtung der palästinensischen Bevölkerung in der Gegenwart, aber auch gegen ein Verschweigen und ein Vergessen des Leids. Sie setzen sich für eine Offenlegung der Verbrechen im Zuge der israelischen Staatsgründung und für einen anderen Umgang damit ein.

    Auf dem Weg nach Haifa machen wir einen Stopp an einem Strand in der Nähe des Kibbuz Nahsholim, etwas abseits der Autobahn, die entlang der Mittelmeerküste nach Norden führt: dem Strand des Moshav Dor. Bis 1948 existierte hier das palästinensische Fischerdorf Tantura, in dem die Alexandroni-Brigade der Haganah, die es auch heute noch unter dem gleichen Namen in der israelischen Armee gibt, in der Nacht vom 22. auf den 23. Mai 1948 ein Massaker an Dorfbewohner:innen verübte. Die Überlebenden wurden vertrieben: nach Syrien, ins Westjordanland und zum kleinen Teil in eine andere palästinensische Ortschaft, unweit von Tantura. Ihr Dorf wurde in der Folge über mehrere Jahre zerstört, bis 1956 fast nichts mehr davon übrig war. Seine Bewohner:innen wurden an der Rückkehr gehindert – selbst diejenigen, die sich nach dem Waffenstillstand von 1949 innerhalb des neu gegründeten Staates Israel nur wenige Kilometer weit entfernt befanden.

    Unter dem Parkplatz, der heutzutage Besucher:innen des Strandressorts dient, befindet sich ein Massengrab. Ein Hinweis darauf, dass hier Menschen, entwaffnete palästinensische Kämpfer ebenso wie Zivilist:innen, ermordet und verscharrt worden sind, findet sich nirgends. Das änderte sich auch nicht, nachdem die medico-Partnerorganisation Adalah aus Haifa am 23. Mai 2023 im Auftrag von elf Vertriebenen aus dem Dorf und des Tantura-Komitees „sofortige Maßnahmen zur Markierung, Einfriedung und Beschilderung der Massengräber und Friedhöfe von Tantura“ von israelischen Behörden gefordert hatte. 

    Eine ebenfalls von Adalah in Auftrag gegebene Untersuchung des Massakers durch die in Großbritannien ansässige Organisation Forensic Architecture hatte Indizien auf weitere Massengräber in Tantura geliefert. Die Kolleg:innen von Forensic Architecture, mit denen auch medico immer wieder zusammenarbeitet, dokumentierten dies sowohl in einem Bericht als auch in einem 17-minütigen Kurzfilm:

    Dies ist ein YouTube Video. Wenn Sie auf dieses Video klicken, stimmen Sie der Datenschutzerklärung & Nutzungsbedingungen von Google zu. Außerdem stimmen Sie unserer Datenschutzrichtlinie zu.

    In Israel dauert die jahrzehntelange Leugnung der in Tantura und zahlreichen anderen palästinensischen Dörfern und Städten begangenen Verbrechen an. Das Nakba-Gesetz von 2011 soll das Schweigen im Land unter Androhung von Sanktionen fortschreiben. Von den rund 14 Millionen Akten, die sich in den Archiven der israelischen Armee und des Sicherheitsestablishments befinden, sind gerade mal 50.000 der Öffentlichkeit zugänglich. Das sind 0,4 Prozent der Akten, wie die auf solche Fragen spezialisierte medico-Partnerorganisation Akevot sagt.

    Während im Gazastreifen, kaum zwei Autostunden von Tantura, so viele Menschen aus ihren Häusern vertrieben und ermordet worden sind wie selbst im Krieg von 1948 nicht, können wir heute, am Nakba-Tag, nicht nur der Opfer der historischen Verbrechen gedenken, sondern müssen uns dafür einsetzen, dass der Genozid, der in Gaza in der Gegenwart stattfindet, endlich aufhört.


    Postkarte. Spendenaufruf für Gaza.

    Vor aller Augen geht das Töten in Gaza weiter. Wer die Menschenrechte dort nicht verteidigt, wird sie auch hier verlieren. Sprechen Sie darüber. Nicht eines Tages. Jetzt.

    #gaza 

    Riad Othman











    Riad Othman arbeitet seit 2016 als Nahostreferent für medico international von Berlin aus. Davor war er medico-Büroleiter für Israel und Palästina.

    Twitter: @othman_riad


    Info: ttps://www.medico.de/blog/transit-tantura-20068


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.11.2025

    Kinotipp/Vortrag von Norman Paech abrufbar/FORUM 4.12./FORUM 18.12./FORUM 12.1.2026/FORUM Febr./Mahnwachen/Intifada 29.11./Anhänge

    aus e-mail von <info@palaestina-initiative.de>, 25. November 2025, 00:10 Uhr


    Liebe Palästina- und Israel-Interessierte, liebe Aktive,


    *1)hier ein interessanter Kinotipp.* Das Porträt einer palästinensischen

    Familie im Westjordanland über drei Generationen, die Verknüpfung von

    persönlichem Schicksal und Geschichte seit 1948. Hannover, *im Hochhaus

    Kino noch Di und Mi um jeweils 17:15*

    https://www.hochhaus-lichtspiele.de/pages/filme/filmdetails.php?fid=5161 

    <https://deref-web.de/mail/client/TbJ6iPibUxU/dereferrer/?redirectUrl=https%3A%2F%2Fwww.hochhaus-lichtspiele.de%2Fpages%2Ffilme%2Ffilmdetails.php%3Ffid%3D5161>

    Zur vertiefenden Information (s. auch Anhang):

    https://www.medico.de/blog/die-mythen-dekonstruieren-20273 

    <https://deref-web.de/mail/client/8J8ty5OXv8k/dereferrer/?redirectUrl=https%3A%2F%2Fwww.medico.de%2Fblog%2Fdie-mythen-dekonstruieren-20273>


    *2) die Aufzeichnung des Abends mit Norman Paech  am 24. Oktober ist

    über unsere Webseite abrufbar.*


    und hier der nächste aktualisierte Überblick über unsere nächsten

    Veranstaltungen (FORUM im Dezember/Januar/Februar):


    Abendkasse: 15€ / ermäßigt 5€ für Schüler, Studenten, Aktiv-Pass-In

    Abendkasse: 15€ / ermäßigt 5€ für Schüler, Studenten, Aktiv-Pass-Inhaber

    Abendkasse: 15€ / ermäßigt 5€ für Schüler, Studenten, Aktiv-Pass-Inhaber


    *3) Donnerstag, 4. Dezember 2025 - 19 Uhr

    Referentin: Bettina Marx (Berlin)

    Thema: **Gaza — einst Tor zur Welt, heute Trümmerlandschaft*


    *Ort: Freizeitheim Linden, WindheimStr. 4, 30451 Hannover Raum 18, Linie

    10, Haltestelle Freizeitheim Linden**

    *


    Bettina Marx ist Redakteurin der Deutschen Welle und gilt als

    Gaza-Expertin. Sie war auch Leiterin des Büros der

    Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah. Sie hat zum Themenfeld mehrere

    Bücher verfasst.

    Gaza war in der Antike eine turbulente Handelsmetropole zwischen den

    großen Weltreichen. Als Hafenstadt an der Via Maris  diente Gaza als

    Umschlagplatz für Gewürze und Weihrauch aus dem Orient. Lange blieb die

    Region  eine blühende Gartenlandschaft mit Orangenhainen und

    Dattelpalmen. Die Stadt unterhielt Kontakte in die ganze Welt und war

    kulturelles Zentrum.

    Erst die israelische Staatsgründung und Landnahme formte den schmalen

    “Gazastreifen”, ein Refugium für Hunderttausende palästinensische

    Flüchtlinge ohne Hinterland, ohne wirtschaftliche Kapazitäten und fast

    ohne Kontakt zur Außenwelt — aber mit mehr als 15 Hochschulen und 36

    Krankenhäusern.

    Nach dem Überfall der Hamas auf israelische Ortschaften am 7. Oktober

    2023 und dem anschließenden verheerenden israelischen Feldzug mit

    mindestens 70.000 Toten liegt die Zukunft Gazas in Trümmern. Wie soll es

    nun weitergehen? Kann Gaza nach der Apokalypse weiterleben?



    Bettina Marx ist Redakteurin der Deutschen Welle und gilt als

    Gaza-Expertin. Sie war auch Leiterin des Büros der

    Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah. Sie hat zum Themenfeld mehrere

    Bücher verfasst.

    Gaza war in der Antike eine turbulente Handelsmetropole zwischen den

    großen Weltreichen. Als Hafenstadt an der Via Maris  diente Gaza als

    Umschlagplatz für Gewürze und Weihrauch aus dem Orient. Lange blieb die

    Region  eine blühende Gartenlandschaft mit Orangenhainen und

    Dattelpalmen. Die Stadt unterhielt Kontakte in die ganze Welt und war

    kulturelles Zentrum.

    Erst die israelische Staatsgründung und Landnahme formte den schmalen

    “Gazastreifen”, ein Refugium für Hunderttausende palästinensische

    Flüchtlinge ohne Hinterland, ohne wirtschaftliche Kapazitäten und fast

    ohne Kontakt zur Außenwelt — aber mit mehr als 15 Hochschulen und 36

    Krankenhäusern.

    Nach dem Überfall der Hamas auf israelische Ortschaften am 7. Oktober

    2023 und dem anschließenden verheerenden israelischen Feldzug mit

    mindestens 70.000 Toten liegt die Zukunft Gazas in Trümmern. Wie soll es

    nun weitergehen? Kann Gaza nach der Apokalypse weiterleben?


    *4) Donnerstag, 18. Dezember 2025 - 19 Uhr

    Referent: Dr. Raif Hussein (Hannover)

    Thema: Nach dem Krieg: Perspektiven für die Zukunft des Nahen Ostens im

    Kontext des Gaza-Krieges*


    Nach dem Krieg: Perspektiven für die Zukunft des Nahen Ostens im Kontext

    des Gaza-Krie*Ort: Freizeitheim Linden, WindheimStr. 4, 30451 Hannover

    Raum 18, Linie 10, Haltestelle Freizeitheim Linden*


    *Ort: Freizeitheim Linden, WindheimStr. 4, 30451 Hannover Raum 18, Linie

    10, Haltestelle Freizeitheim Linden

    *Der Nahe Osten steht nach dem Ende des Krieges im Gazastreifen an einem

    politischen und gesellschaftlichen Wendepunkt. Der Konflikt hat nicht

    nur die regionale Machtbalance verschoben, sondern auch neue Fragen nach

    Sicherheit, Governance und internationaler Verantwortung aufgeworfen.

    Der Vortrag untersucht die möglichen Entwicklungspfade der Region unter

    Einbeziehung politischer, ökonomischer und sozialer Faktoren. Im Zentrum

    stehen die Dynamiken zwischen den zentralen Akteuren – darunter Israel,

    Palästina, Ägypten, Iran und die Golfstaaten – sowie die Rolle externer

    Mächte wie der Vereinigten Staaten, der Europäischen Union und Chinas.

    Auf Grundlage aktueller Analysen und empirischer Daten werden Szenarien

    diskutiert, die von vorsichtiger Stabilisierung bis zu erneuter

    Fragmentierung reichen. Ziel ist es, ein differenziertes Verständnis der

    strukturellen Bedingungen zu entwickeln, die die Zukunft des Nahen

    Ostens in der post-konfliktären Phase prägen werden.

    Dr. Raif Hussein ist Politologe, Nahostexperte und Autor mit Schwerpunkt

    auf dem israelisch-palästinensischen Konflikt, der politische Islam ,

    der politischen Lage der Palästinenser in Israel sowie Fragen von

    Identität und Kultur im Nahen Osten. Er war Präsident der

    Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft und arbeitet als politischer

    Berater, Publizist und Dozent. Hussein schreibt und referiert auf

    Deutsch und Arabisch und gilt als wichtige Stimme im deutschsprachigen

    Diskurs über Nahostpolitik.


    *

    *


    *Ein Bild, das Menschliches Gesicht, Person, Frau, Schal

    enthält.KI-generierte Inhalte können fehlerhaft sein.5) Montag, 12.

    Januar 2026 — 19:30 Uhr

    Referentin: Nida Younis (Ramallah)

    Lesung und Gespräch: /Zwei Körper — Poesie aus Ramallah, Palästina/

    Ort: Stadtbibliothek Hannover, Hildesheimer Str. 12, 30169 Hannover,

    U‑Bhf. Aegidientorplatz

    Eintritt: 5€

    *„Die Welt stößt dich aus, ahnungslos, dass du nur Wärme suchst.

    Geblendet weder von Weisheit, Doktrinen, noch von der Naivität

    der Geschichte…“

    Nida Younis, Dichterin, Journalistin, Übersetzerin und eine der

    eindrucksvollsten literarischen Stimmen ihrer Generation, lebt in

    Ramallah (Palästina). Ihre Texte erzählen von Liebe, Verlust, Widerstand

    – von Besatzung und gesellschaftlichen Zwängen. Der Körper wird zum

    Träger der Geschichte – persönlich und politisch zugleich.

    Ihre Sprache ist intensiv, poetisch und ehrlich. Die Suche nach Freiheit

    und Zugehörigkeit ist stets spürbar.

    „Schon der Titel ihres Gedichtbands *Two Bodies | Zwei Körper* eröffnet

    Raum für viele Lesarten: den Körper des Landes, den Körper des Selbst,

    den geraubten und den überlebenden Körper. Ihre Gedichte sind roh und

    zärtlich zugleich und erinnern daran, dass keine Metapher eine offene

    Wunde heilen kann.” (Adli Yacubi, Autor, Johannisburg/Südafrika)

    Zahlreiche Gedichtbände existieren in verschiedenen Übersetzungen. Mit

    dem Band *Two Bodies | Zwei Körper* erscheint erstmals eine Auswahl von

    12 Gedichten auf Deutsch – in einer feinfühligen Übertragung und in

    enger Zusammenarbeit mit der Übersetzerin Wendy Marth und der

    deutsch-französischen Lyrikerin und Musikerin Antemanha, die diese

    Lesereise initiierte und begleitet.

    Eine mutige Veröffentlichung im Jahr 2025 bei Königshausen & Neumann,

    illustriert mit Aquarellen und Installationsdetails von Léa Kishida.

    Der Gedichtband (14 €) wird am Abend der Veranstaltung zu kaufen sein.

    Es ist eine Veranstaltung der Stadtbibliothek und der Palästina Initiative.



    *6) Vorankündigung

    Anfang Februar

    Referentin: Nadia Zaboura (Köln)

    Thema (Arbeitstitel): Verlorenes Medienvertrauen? - Stand der deutschen

    Berichterstattungzu Palästina/Israel/Gaza*

    Näheres folgt**


    *7)Auch im November und Dezember (außer 24. und 31.12.)finden unsere

    Mahnwachen**statt (seit Januar *(!) *2024): Mittwochs, 15 bis 17 Uhr in

    Hannover am Blätterbrunnen. Jede*r ist herzlich eigeladen mitzumachen.

    Näheres und Fotos aus den letzten Monaten auf unserer Webseite.*


    8) Intifada Hannover ruft auf zu einer Demonstration am Samstag, 29.11.

    um 16:00 in Hannover am Goseriedeplatz.


    9) Eine Leseempfehlung: In der deutschen Ausgabe der Monatszeitschrift

    /Le Monde diplomatique/ von November 2025 sind vier sehr wichtige

    Artikel (S. 8 - 11) zum Trump-'Friedensplan', zum Westjordanland, zu den

    politischen Verhältnissen in Israel und zur demografischen Entwicklung.


    Herzlichen Gruß https://www.palaestina-initiative.de  Hans Norden


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.11.2025

    Schlagzeile






    Info:


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.11.2025

    Schlagzeile






    Info:


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.11.2025

    Schlagzeile






    Info:


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.11.2025

    Schlagzeile






    Info:


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.11.2025

    Schlagzeile



    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.11.2025

    Screenshot_2025_11_25_at_00_14_48_Friedensangst

    nachdenkseiten.de, 24. November 2025 um 9:00 Ein Kommentar von: Jens Berger

    „Rheinmetall Aktie: Friedensangst schockt Anleger“ – mit dieser Überschrift kommentierte eine deutsche Finanzplattform am Freitag die Reaktion der Spekulanten auf die US-Friedensinitiative für den Ukrainekrieg. Doch anstatt den Autor für ein zynisches Arschloch zu halten, sollte man ihm lieber dankbar sein, spricht er doch offen aus, wie große Teile des deutschen politisch-medialen Sektors denken.


    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

    Podcast: Play in new window | Download


    Warum tun sich eigentlich ausgerechnet die Deutschen so schwer zu erkennen, wenn ein Krieg verloren ist? Wie bockige Kleinkinder reagieren die Meinungsmacher des Landes auf die bloße Vorstellung, der Ukrainekrieg könnte mit einer Niederlage des Westens ausgehen. Man weigert sich beharrlich, die Realitäten wahrzunehmen und sich nach dreieinhalb Kriegsjahren endlich einmal ehrlich zu machen. Seit geraumer Zeit ist der Ukrainekrieg ein Abnutzungskrieg und sowohl auf materieller als auch personeller Ebene hat Russland nun einmal die besseren Karten. Die Zeiten, in denen im Westen von ukrainischen Offensiven geträumt wurde, sind lange vorbei. Der Ukraine geht so langsam das Kanonenfutter aus, das Kräfteverhältnis an der Front verschiebt sich von Monat zu Monat zu Gunsten Russlands. Daran wird auch das 50. Sanktionspaket der EU und die mittlerweile in Deutschland zu einem Glaubensbekenntnis gewordene Selbstaffirmation, man werde die Ukraine auch weiterhin mit Waffenlieferungen unterstützen, nichts ändern.

    Bereits kurz nach Beginn der russischen Invasion hieß es aus US-Kreisen, man werde „bis zum letzten Ukrainer“ kämpfen, um Russland zu schwächen. In den USA ist man des Krieges mittlerweile überdrüssig. US-Vizepräsident Vance warf den Europäern jüngst einen „Realitätsverlust“ vor und zumindest in diesem Punkt muss man ihm recht geben. Selbst wenn man den europäischen Falken, die immer noch von einem Siegfrieden gegen Russland fabulieren, hehre Motive unterstellen will, so muss man doch der harten Wahrheit ins Gesicht blicken, dass sie in einer Traumwelt leben.

    Doch hierzulande redet man nicht gern über die realen Kräfteverhältnisse und über die armen Schweine, die jeden Tag auf beiden Seiten der Front traumatisiert werden oder den Wahnsinn gar mit ihrem Leben bezahlen. Man spricht lieber über Recht und Moral. Das ist zwar in gewisser Weise verständlich, kommt es doch nicht so häufig vor, dass der Westen in einem Krieg auf der Seite der Partei steht, die völkerrechtlich die besseren Argumente hat. Andererseits verstärkt dieser „Wir sind die Guten“-Vibe aber auch die Selbsttäuschung. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Ja, in der realen Wolfswelt verlieren halt manchmal auch die „Guten“.

    Zynisch ist, dass diese Traumtänzer dabei vorgeben, die Interessen der Ukrainer zu vertreten. Es sind jedoch nicht die Kinder der Masalas, Strack-Zimmermanns, Röttgens oder Kiesewetters, die diese Traumtänzerei mit ihrem Leben bezahlen, sondern die Kinder der Ukraine. Spätestens seit Beginn der Abnutzungskrieges hätte man die Realitäten akzeptieren und einen ernsthaften Friedensprozess einleiten müssen, der diese Realitäten anerkennt. Das wollte man nicht, da man ja bereits wusste, dass diese Realitäten keinen Platz für den erträumten Siegfrieden bieten. Ja, man hatte „Friedensangst“, Angst vor dem Moment, an dem die Selbsttäuschung offenbar wird und das ganze Kartenhaus aus hohlen Floskeln der Realitätsflucht zusammenbricht.

    Ja, „Friedensangst“ ist ein zynisches, ein böses Wort. Aber dieser Begriff beschreibt ganz hervorragend, was derzeit in den Köpfen viel zu vieler Politiker und Leitartikler vor sich geht. Man hat Angst vor einem Frieden, der die rosaroten Seifenblasen von einem „Sieg des Guten“ jäh zerplatzen lässt. Man hat Angst vor dem, was danach kommt. Man hat Angst vor der Realität, auch abseits der Schlachtfelder des Donbass.

    Dass gerade die deutschen Eliten nun von „Friedensangst“ geplagt werden, ist freilich eine ganz besonders dunkle Ironie der Geschichte. Waren es nicht in der Endphase des Ersten Weltkriegs ausgerechnet die nationalkonservativen Kräfte um Ludendorff und Hindenburg, die den vor allem von linker und liberaler Seite immer stärker aufkeimenden Wunsch nach einem Verhandlungsfrieden torpedierten und bis zum bitteren Ende von einem Siegfrieden träumten? Auch sie hatten bereits Friedensangst. Damals diskreditierten rechte und militaristische Agitatoren diejenigen, die für Friedensverhandlungen eintraten, als „Vaterlandsverräter“. Heute sprechen die Kinder des Ludendorff’schen und Hindenburg’schen Geistes von „Lumpenpazifisten“. Leitartikler nennen den Friedensplan von Donald Trump heute einen „Diktatfrieden“ und wecken damit wahrscheinlich sogar mit voller Absicht Parallelen zum „Versailler Diktat“, das in der Weimarer Republik vor allem von völkischen und rechtsextremen Politikern und Leitartiklern als Sprachfigur genutzt wurde.

    Wo sind wir nur hingekommen? Offenbar haben „wir“ doch nicht so viel aus der unserer Geschichte gelernt.


    Titelbild: Screenshot boerse-express.com


    Rubriken: Audio-Podcast Militäreinsätze/Kriege Strategien der Meinungsmache


    Schlagwörter: 


    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=142551


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.11.2025

    Alastair Crooke: Kirill Dmitriev scheint „ausgetrickst” worden zu sein.

    seniora.org, 24. November 2025, 21.11.2025 Von Alastair Crooke - übernommen von //substack.com/@conflictsforum">Conflicts Forum

    Die US-Operation „Lockvogelangebot“ zielt auf Putins Prinzipien der „Grundursachen“ ab


    (Red.) Alastair Crooke ist ein alter Geheimdienstfuchs und ihm macht man nicht leicht etwas vor. Aber in diesem Fall weisen wir doch auf folgende Überlegungen hin: Wenn Kirill Dmitriev nach Miami reist, und dort Steve Witkoff, J.D. Vance und Jared Kushner (hallo? wer ist das gleich wieder?) trifft, dann geschieht das ganz sicher nicht ohne Auftrag aus Moskau. Dass er dort verbindliche Vereinbarungen trifft kann man ausschliessen. Ausserdem hat er bei seiner Rückreise ein sehr ausführliches debriefing durchlaufen. FSB, Aussenministerium und Präsident wollten wörtlich wissen, was dort besprochen wurde.

    Mit welchem Plan das Ganze? Den russischen Standpunkt klarstellen (wie schon in Anchorage), den Gesprächsfaden nicht abreissen lassen (die Alternative wäre eventuell eine nukleare Eskalation), Verwirrung im gegnerischen Lager stiften (der Erfolg liegt auf der Hand   – man betrachte nur das Hick-Hack in Genf usw.) und den „schwarzen Peter“ zurückschieben („wir warten auf Eure konkreten und tragfähigen Vorschläge“).

    Und als Nebelbank wird Kirill Dmitriev etwas in den Hintergrund geschoben, als Blitzableiter sozusagen (vgl. die sensationslüsternen Andeutungen von Pepe Escobar im Gespräch mit Nima, wo er von einer Besprechung mit Maria Vladimirovna Sacharowa erzählt). Oder glaubt jemand im Ernst, dieser Mann sei in Moskau jetzt eine persona non grata (bei seiner Position)?   – Das können wir vergessen. In anderen Worten: Eine brillante russische Diplomatieübung   – der Westen dreht fast durch und wir werden ja sehen, wie die sich jetzt aus der Affäre zu ziehen versuchen werden.(am)


    Alastair Crooke Al Mayadeen th 3659101378

    Alastair Crooke

    Nun liegen uns also die Details des 28-Punkte-Plans vor, den der ukrainische Parlamentarier Goncharenko als Übersetzung des Originals vorgelegt hat.

    Der Text   – verfasst als vermeintlicher Rechtsvertrag   – wird jedem erfahrenen Leser als amateurhaftes Werk erscheinen, das sich in mehreren Teilen auf „nachfolgende Diskussionen“ und „Erwartungen“ stützt.

    Das heißt, vieles bleibt unklar, vage und nicht eindeutig festgelegt. Ein solcher Plan wäre natürlich für Moskau insgesamt inakzeptabel (auch wenn sie ihn vielleicht nicht rundweg ablehnen). Dennoch hat der Plan in Europa Wut und Widerstand ausgelöst. The Economist (der die Meinung des Establishments widerspiegelt) bezeichnet das Papier als „einen schrecklichen amerikanisch-russischen Vorschlag …, der viele der maximalistischen Forderungen [Russlands] erfüllt und noch einige weitere hinzufügt”.

    Die Europäer und Großbritannien wollen ganz einfach die Kapitulation Russlands.

    Der Punkt, den Moskau hier deutlich macht, ist, dass Kirill Dmitriev   – Steve Witkoffs Gesprächspartner bei der Ausarbeitung des Entwurfs   – weder Präsident Putin noch Russland vertritt. Er hat keinerlei offizielles Mandat.

    Putins Sprecher Dmitri Peskov erklärt knapp:

    „Es gibt keine formellen Konsultationen zwischen Russland und den USA über die Beilegung des Konflikts in der Ukraine, aber es bestehen Kontakte.“ Maria Zakharova erklärte, dass „das russische Außenministerium keinerlei offizielle Informationen von den USA über angebliche ‚Vereinbarungen‘ zur Ukraine erhalten hat, über die die Medien eifrig berichten“.

    „Moskaus Position ist, dass Russland nur innerhalb der ‚Grenzen seiner erklärten Prinzipien‘ zum Dialog bereit ist, und die USA haben bisher nichts Offizielles angeboten, was als Ausgangspunkt dienen könnte.“

    Was ist also los?

    Zwei politisch unerfahrene „Nicht-Gesandte“ haben Gespräche geführt und aus diesen Gesprächen einige offenbar spekulative Vorschläge zusammengestellt. Es ist nicht einmal klar, ob Dmitriev für seine Gespräche mit Witkoff im Oktober in den USA eine Zustimmung erhalten hatte oder ob er auf eigene Initiative handelte. Das russische Außenministerium bestreitet, Kenntnis vom Inhalt dieser ausführlichen Gespräche zu haben. Es wäre außergewöhnlich, wenn Dmitriev niemanden in Moskau auf dem Laufenden gehalten hätte.

    Auf jeden Fall hat Präsident Putin seine eigene Antwort auf die Flut von Berichten in den westlichen Medien (basierend auf Axios offenbar von Dmitriev stammenden Indiskretionen) gegeben:

    In Militäruniform besuchte Putin den Kommandoposten der Battlegroup West an der Front, wo er einfach erklärte, dass das russische Volk Ergebnisse der Sonder Militäroperation (SMO) „erwartet und braucht“: „Die bedingungslose Erreichung der Ziele der SMO ist das Hauptziel Russlands“, sagte er.

    Putins Antwort an die USA ist daher klar.

    Es sieht also so aus, als sei dieses aus amerikanischer Perspektive verfasste Diskussionspapier als klassische „Lockvogel-Taktik“ konzipiert worden. Außenminister Rubio hat wiederholt gesagt, dass er nicht weiß, „ob Russland es mit dem Frieden ernst meint   – oder nicht“:

    „Wir testen, ob die Russen an Frieden interessiert sind. Ihre Handlungen   – nicht ihre Worte, sondern ihre Handlungen   – werden zeigen, ob sie es ernst meinen oder nicht, und wir wollen das lieber früher als später herausfinden … Es gibt einige vielversprechende Anzeichen, aber auch einige beunruhigende Anzeichen.“

    Die Vorschläge waren also wahrscheinlich ein „Test“, um Russland auf die Probe zu stellen. So „testen“ sie Russland beispielsweise in mehreren Bereichen:

    „Es wird erwartet, dass ... die NATO auf der Grundlage des Dialogs zwischen Russland und der NATO, aber vermittelt durch die USA, nicht weiter expandieren wird; Die Ukraine wird „zuverlässige Sicherheitsgarantien“ [undefiniert] erhalten; die Größe der ukrainischen Streitkräfte wird auf nur 600.000 Mann „begrenzt“ [sic] werden; die USA werden für diese Garantien entschädigt werden; sollte Russland in die Ukraine einmarschieren, werden zusätzlich zu einer entschlossenen koordinierten militärischen Reaktion alle globalen Sanktionen wieder in Kraft gesetzt, die Anerkennung neuer Gebiete und alle anderen Vorteile widerrufen; Die USA werden mit der Ukraine beim gemeinsamen Wiederaufbau ... und beim Betrieb der ukrainischen Gasinfrastruktur, einschließlich Pipelines und Speicheranlagen, zusammenarbeiten.

    „Die Aufhebung der Sanktionen [gegen Russland] wird diskutiert und schrittweise und auf individueller Basis vereinbart werden.”

    „100 Milliarden Dollar an eingefrorenen russischen Vermögenswerten werden in die von den USA geleiteten Wiederaufbau- und Investitionsbemühungen in der Ukraine investiert. Die Vereinigten Staaten erhalten 50 % der Gewinne aus diesem Vorhaben; Russland wird eine Politik der Nichtangriffspolitik gegenüber Europa gesetzlich verankern [ohne jedoch eine Gegenleistung seitens Europas zu erwähnen].

    „Die Krim, Luhansk und Donezk werden de facto als russisch anerkannt; Cherson und Saporischschja werden entlang der Kontaktlinie eingefroren, was eine de facto Anerkennung entlang der Kontaktlinie bedeutet; Russland verzichtet auf andere annektierte Gebiete“ [Hervorhebung hinzugefügt].

    Die folgenden Absätze laufen effektiv auf einen Waffenstillstand   – nicht auf einen Friedensvertrag   – hinaus, wobei die Anerkennung nur de facto (und nicht de jure) erfolgt:

    „Diese Vereinbarung ist rechtsverbindlich. Ihre Umsetzung wird von einem Friedensrat unter der Leitung von Präsident Trump überwacht und garantiert.“

    „Sobald sie vereinbart ist, tritt der Waffenstillstand in Kraft.“

    Es ist unwahrscheinlich, dass diese Vorschläge von den Europäern, Russland oder sogar Selenskyj akzeptiert werden. Ihr Zweck besteht darin, einen völlig neuen Ausgangspunkt für jegliche Verhandlungen zu diktieren. Alle in dem Text festgelegten Zugeständnisse Russlands werden von den USA „eingesteckt“, während Russlands eigene „erklärten Grundsätze“ unterlaufen werden. Der Druck auf Russland wird zunehmen.

    Tatsächlich hat die Eskalation bereits begonnen. Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Vorschläge wurden vier von den USA gelieferte Langstreckenraketen vom Typ ATACMS tief in das vor 2014 zu Russland gehörende Gebiet bei Woronesch abgefeuert, wo sich die strategischen Überhorizontradare Russlands befinden. Alle Raketen wurden abgeschossen, und russische Iksander-Raketen zerstörten sofort die Abschussplattformen und töteten die 10 Abschussoperatoren.

    Finanzminister Scott Bessent hat weitere Sanktionen gegen Russland angedroht, und Trump hat signalisiert, dass er mit dem Vorschlag von Senator Lindsay Graham einverstanden ist, Sanktionen in Höhe von 500 % für diejenigen zu verhängen, die mit Russland Handel treiben   – vorausgesetzt, dass er, Trump, die vollständige Entscheidungsgewalt über das neue Sanktionspaket hat.

    Das übergeordnete Ziel dieser Vorschläge besteht eindeutig darin, Putin in die Enge zu treiben und ihn von seinen Grundprinzipien abzubringen   – wie beispielsweise seinem Beharren darauf, die Ursachen des Konflikts zu beseitigen und nicht nur die Symptome. In diesem Papier gibt es keinen Hinweis auf eine Anerkennung der Ursachen [Erweiterung der NATO und Raketenstationierungen] über das vage Versprechen eines „Dialogs zwischen Russland und der NATO unter Vermittlung der Vereinigten Staaten zur Lösung aller Sicherheitsfragen und zur Schaffung von Bedingungen für eine Deeskalation, um so die globale Sicherheit zu gewährleisten und die Möglichkeiten für Zusammenarbeit und zukünftige wirtschaftliche Entwicklung zu verbessern” hinaus.

    Blah, blah, blah.

    Es scheint, dass eine Eskalation bevorsteht. Russland wird überlegen müssen, wie es die USA militärisch wirksam abschrecken kann, ohne dabei die Eskalationsleiter zum Dritten Weltkrieg zu erklimmen.

    Das Gleichgewicht zwischen Abschreckung und Offenhaltung für Diplomatie ist eine Gratwanderung   – eine zu starke Betonung der Abschreckung kann (kontraproduktiv) nur zu einer eskalierenden Reaktion des Gegners führen.

    Eine zu starke Betonung der Diplomatie hingegen kann vom Gegner als Schwäche wahrgenommen werden und eine Eskalation des militärischen Drucks nach sich ziehen.

    Die Vorschläge von Witkoff und Dmitriev mögen (oder auch nicht) gut gemeint gewesen sein, aber die Hüter der tiefgreifenden Architektur der globalen redemptio equitis werden es Russland wahrscheinlich nicht gestatten, seine „konträren” Werte zu bewahren.

    Kirill Dmitriev scheint „ausgetrickst” worden zu sein.




    Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/politik/alastair-crooke-kirill-dmitriev-scheint-ausgetrickst-worden-zu-sein


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.11.2025

    Kampf um die digitale Souveränität (II)   Deutschland und Frankreich starten mit einem eigenen Gipfeltreffen eine neue Initiative zur Verringerung ihrer digitalen Abhängigkeit von den USA. Die Stiftung Wissenschaft und Politik warnt vor möglicher Erpressung durch Washington.

    german-foreign-policy.com, 24. November 2025

    BERLIN/PARIS/BRÜSSEL (Eigener Bericht) – Auf einem „Gipfel zur europäischen digitalen Souveränität“ haben mehrere Staats- und Regierungschefs der EU in der vergangenen Woche Maßnahmen zur Verringerung der digitalen Abhängigkeit Europas von den USA erörtert. Der Gipfel war offiziell von Deutschland und Frankreich anberaumt worden. Publiziert wurde ein Positionspapier („Erklärung zur europäischen digitalen Souveränität“), das als der bislang umfassendste Versuch in der EU gilt, ein gemeinsames Verständnis von digitaler Souveränität zu formulieren. Kurz zuvor hatte die Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) eine Analyse veröffentlicht, in der die Abhängigkeit der EU von den USA in der Cybersicherheit hervorgehoben wird. Die Autorin hebt drei Szenarien hervor, in denen die USA die Abhängigkeit der EU als Waffe gegen sie einsetzen könnten, darunter eines, in dem sie sie zur Erpressung in der Außen- und Militärpolitik nutzen. Allerdings ist die Frage der digitalen Souveränität Europas nicht neu; der Staatenbund hat bereits in der Vergangenheit Initiativen in dieser Richtung unternommen. Eines davon namens Gaia-X galt vielen als gescheitert, wird zur Zeit aber neu forciert.


    Zitat: Auf dem Weg zur digitalen Souveränität

    Deutschland und Frankreich haben am Dienstag auf ihrem gemeinsam veranstalteten eintägigen „Gipfel zur europäischen digitalen Souveränität“ einen neuen einheitlichen Kampf für die technologische Unabhängigkeit Europas signalisiert. „Wir wollen mit einer europäischen Stimme sprechen und arbeiten gemeinsam auf ein Ziel hin: die europäische digitale Souveränität”, erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz auf dem Gipfel, an dem auch sein französischer Amtskollege Emmanuel Macron teilnahm.[1] Merz‘ Äußerungen kamen Berichten zufolge nur wenige Stunden nach einem Ausfall eines US-amerikanischen Cloud-Computing-Unternehmens, der Onlinedienste auch in Europa lahmlegte. Angesichts der sich häufenden Ausfälle großer US-amerikanischer Cloud-Anbieter sowie massiver Engpässe in der Chipindustrie erklärte Merz weiter, dass „wir von digitalen Technologien aus China und den USA abhängig sind”. Macron teilte diese Ansicht und äußerte: „Europa will weder Kunde der großen Unternehmen noch der großen Lösungen aus den USA oder China sein.“ Neben Merz und Macron nahmen auch andere europäische Staats- und Regierungschefs, EU-Kommissare, Gründer und CEOs von Branchenunternehmen sowie Forscher und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen an dem Gipfel teil.


    „Ein Schuman-Moment“

    Auf dem Gipfel wurde auch eine „Erklärung zur europäischen digitalen Souveränität” der österreichischen Regierung veröffentlicht. Das Positionspapier gilt als bislang umfassendster Versuch in der EU, ein gemeinsames Verständnis von digitaler Souveränität zu formulieren. Es zielt darauf ab, die Position Europas als Technologiezentrum auf dem globalen Markt zu stärken.[2] Einen Höhepunkt des Gipfels bildete die Mitteilung, Frankreich und Deutschland unterstützten eine Forderung der EU, die größten US-Cloud-Computing-Anbieter, Amazon Web Services und Microsoft, einer kartellrechtlichen Überprüfung zu unterziehen.[3] Noch am selben Tag startete die EU-Kommission Marktuntersuchungen zu drei US-amerikanischen Cloud-Computing-Giganten im Rahmen des Digital Markets Act (DMA).[4] Auch sonst waren die Erwartungen an den Gipfel hoch; der auf Digitalpolitik spezialisierte EU-Parlamentarier Axel Voss (CDU) bezeichnete ihn als „Schuman-Moment”.[5] Der ehemalige französische Außenminister und Ministerpräsident Robert Schuman gilt als politischer Architekt der Europäischen Union. Im Jahr 1950 entwarf er einen Plan für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Kohle- und Stahlindustrie mit dem Ziel, in einem zweiten Schritt die Staaten zunächst Westeuropas enger zusammenzuführen.


    Abhängig von den USA

    Der Gipfel fand wenige Tage nach der Veröffentlichung einer neuen Analyse der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) statt, in dem die Berliner Denkfabrik die starke Abhängigkeit Europas von den USA im Bereich der Cybersicherheit hervorhob. Das Positionspapier mit dem Titel „Europas Cybersicherheit hängt an den USA” argumentiert, die Abhängigkeit der EU von den USA gehe weit über Cloud-Dienste, Software-as-a-Service-Angebote und Sicherheitsupdates hinaus. Die Autorin hebt hervor, US-Unternehmen wie IBM und Microsoft dominierten den Markt für Cybersicherheitsanwendungen wie Antivirensoftware und Firewalls, während Konzerne wie IBM und Google (Mandiant) die Märkte für Cyber Threats Intelligence (CTI) beherrschten.[6] Das US-Militär generiere ebenfalls CTI, wovon die europäischen Länder direkt profitierten, heißt es weiter in dem Papier. Tatsächlich hat das US-Militär in der Vergangenheit CTI-Operationen in den baltischen Staaten und in Südosteuropa durchgeführt und den europäischen Staaten wertvolle CTI zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus finanziert die US-Regierung eine Schwachstellen-Datenbank, die die Aufgabe vereinfacht, die unzähligen heute verfügbaren Softwareprodukte vor Schwachstellen zu schützen. Schließlich unterstützt Washington auch die Sicherheit von Open-Source-Software (OSS).


    Druckmittel

    Ausgehend davon, dass die Trump-Administration jegliche Schwäche der EU unerbittlich ausnutzt, heißt es weiter in der SWP-Analyse, die oben genannten Abhängigkeiten von den USA könnten für die EU zu einem Problem werden. Die Autorin hebt dabei drei Szenarien hervor. So könnten die USA ihre finanzielle Unterstützung für Cybersicherheitsprojekte einstellen. Zweitens könne die US-Regierung ihre politischen Prioritäten verändern und sich noch stärker auf den Machtkampf gegen China konzentrieren; dies könne eine Abkehr von Europa mit sich bringen, während dieses laut der SWP mit russischen Cyberbedrohungen konfrontiert ist. Drittens sei denkbar, dass die USA die Abhängigkeiten Europas als Druckmittel nutzten, um beispielsweise Zugeständnisse in anderen Politikbereichen wie der Außen- und Militärpolitik zu erlangen. Abschließend schlägt die SWP einige Maßnahmen vor, um die Abhängigkeiten der EU zu lindern. Dazu gehören eine Präferenz für europäische CTI-Anbieter und die Beauftragung staatlicher Akteure, einschlägige Aktivitäten zu entfalten. Die Autorin betont die Notwendigkeit, in der Entwicklung von Fähigkeiten im Bereich der Schwachstellen-Datenbanken selbst aktiv zu werden.


    Leichter gesagt als getan

    Die Erkenntnis, die EU sei abhängig von den USA, und ihr Bemühen um digitale Souveränität sind nichts Neues; die EU hat bereits mehrere Versuche unternommen, ihre Cyberfähigkeiten auszubauen. Ein prominentes Beispiel ist „Gaia-X“. Das Konsortium wurde 2019 mit dem Ziel gegründet, die digitale Souveränität und die globale Wettbewerbsfähigkeit der EU durch den Aufbau einer „dezentralisierten Cloud-Infrastruktur“ zu stärken; sie sollte die „Interoperabilität“ entsprechender Strukturen in ganz Europa fördern.[7] Das Konsortium brachte tatsächlich verschiedene Unternehmen, Regierungen und Forschungsinstitute aus ganz Europa zusammen. Allerdings kamen von Anfang an Zweifel an seinem Erfolg auf, da viele Firmen es vorzogen, sich auf etablierte, oft US-amerikanische Cloud-Server zu verlassen. Namhafte Unternehmen haben das Konsortium verlassen, darunter das französische Gründungsmitglied Scaleway, Europas drittgrößter Cloudanbieter, der im November 2021 austrat.[8] Der nächste große Akteur, der das Konsortium verließ, war Nextcloud, ein in Stuttgart ansässiger Anbieter von Kommunikations- und Kollaborationssoftware, der Anfang dieses Jahres seinen Austritt bekannt gab. Allerdings erhielt das Projekt im Juli dieses Jahres einen gewissen Aufschwung: Die Cloud Infrastructure Service Providers in Europe (CISPE), ein Verband europäischer Cloud-Anbieter, verpflichteten sich dazu, bis November dieses Jahres rund 3.000 europäische Dienste so anzupassen, dass sie die Gaia-X-Cloud-Anforderungen erfüllen.[9]

     

    Mehr zum Thema: Kampf um die digitale Souveränität.

     

    [1] Mathieu Pollet, Frida Preuß, Océane Herrero: Germany wakes up to US tech dominance. politico.eu 19.11.2025.

    [2] Olga Scheer, Dietmar Neuerer: Europa rüstet sich im globalen Technologie-Wettstreit. handelsblatt.com. 18.11.2025

    [3] Mathieu Pollet, Frida Preuß, Océane Herrero: Germany wakes up to US tech dominance. politico.eu 19.11.2025.

    [4] Press Release: Commission launches market investigations on cloud computing services under the Digital Markets Act. European Commission. 18.11.2025

    [5] Götz Hamann: Wenn plötzlich das Microsoft-Konto von unliebsamen Personen streikt. zeit.de. 18.11.2025

    [6] Alexandra Paulus: Europas Cybersicherheit hängt an den USA. Stiftung Wissenschaft und Politik 05.11.2025.

    [7] Mission & Vision. gaia-x.eu. S. dazu Die europäische Cloud und Risse in Europas „digitaler Souveränität“.

    [8] Michael Kroker: Nextcloud-Chef Frank Karlitschek: „Gaia-X ist tot“. wiwo.de 07.02.2025

    [9] Stefan Krempl: The dead live longer: EU cloud providers back Gaia-X. heise.de 19.07.2025.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10211


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.11.2025

    Ukraine-Friedenspläne - nichts ist entschieden....

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 24. November 2025, 19:34 Uhr


    *_Liveticker Ukraine-Verhandlungen 24.11.2025


    _**Europäische Parlamentarier: Europa wird nie russische

    Sicherheitsinteressen akzeptieren


    *Die Vorsitzenden der Auswärtigen Ausschüsse einer Reihe europäischer

    Länder haben eine gemeinsame Erklärung verfasst

    <https://x.com/n_roettgen/status/1992968597937791183>, in der sie im

    Kern jede Friedensregelung ablehnen.


    "Europa wird nie eine Vorstellung russischer 'Sicherheitsinteressen' als

    legitim akzeptieren, die über seine Grenzen hinausreichen oder das Recht

    beanspruchen, Europas Sicherheitsordnung zu gestalten." Weiter unten

    heißt es: "Die Ukraine darf nicht Gegenstand irgendwelcher Begrenzungen

    ihrer Streitkräfte oder Beschränkungen ihrer Außen- und Innenpolitik

    werden, während Russland keinen unterliegt." Nicht nur eine Maximalgröße

    der ukrainischen Armee wird also abgelehnt, sondern mit der Formulierung

    "Beschränkungen der Innenpolitik" sogar die Anforderung, die Vorgaben

    der EU im Umgang mit nationalen Minderheiten zu erfüllen.

    "Als Minimum muss Russland seine Truppen aus den besetzten Gebieten

    zurückziehen und mit internationalen Institutionen zusammenarbeiten, um

    Rechenschaft jener sicherzustellen, die für Gräueltaten verantwortlich

    sind."

    Unterzeichnet ist dieses Schreiben von den Vorsitzenden der Auswärtigen

    Ausschüsse in Estland, Tschechien, Dänemark, Island, Italien (beide

    Kammern), Luxemburg, Polen (beide Kammern), Spanien (beide Kammern),

    Ukraine, EU-Parlament, Finnland, Irland, Lettland, Niederlande,

    Frankreich, Litauen, Portugal, Schweden und Großbritannien. Ausnahmen:

    In Belgien unterschrieb der Stellvertreter, in Norwegen nur ein

    konservativer Abgeordneter.

    Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Armin

    Laschet, hat bisher nicht unterzeichnet; aber auch sein Stellvertreter,

    Norbert Röttgen, nicht, obwohl dieser auf X erklärte: "Ich stimme völlig

    mit dieser gemeinsamen europäischen Erklärung überein."



    *Uschakow: Noch kein Datum für konkrete Gespräche*


    Putin-Berater Juri Uschakow hat am Montag, wie /RIA Nowosti /berichtet,

    bestätigt, dass bisher keine Gespräche mit Russland zu Trumps Vorschlag

    eines Friedensplans aufgenommen wurden. Man kenne in Moskau eine

    Variante des "Trump-Friedensplans", auch dieser sei noch nicht mit

    Russland verhandelt worden. Man rechne noch mit vielen Änderungen an dem

    Vorschlag.

    "Viele – nicht alle, aber viele – seiner Punkte scheinen uns

    akzeptabel", meinte Uschakow zu den 28 Punkten Trumps. "Andere [...]

    müssen noch sehr detailliert besprochen werden. Aber, wie ich schon

    sagte, mit uns hat das bisher niemand verhandelt."

    Der Vorschlag werde "natürlich Überarbeitungen und Veränderungen von

    unserer Seite erleben, und vermutlich von ukrainischer, amerikanischer

    und europäischer".

    Uschakow verwies auf verschiedene kursierende Versionen: "Es gibt eine

    Menge Lärm, der unklar macht, was man trauen kann", aber Russland

    verlasse sich darauf, "was uns durch die richtigen Kanäle geschickt

    wurde". Noch gebe es auch keinen formellen Vorschlag der USA, der

    besage, wer zu Gesprächen nach Moskau käme und wann.

    In einer Nebenbemerkung kommentierte Uschakow auch den "Europäischen

    Plan": "Es gibt viele andere Pläne, die zirkulieren. Heute morgen

    erfuhren wir von dem europäischen Vorschlag, der auf den ersten Blick

    völlig unkonstruktiv ist und uns nicht zusagt."


    berliner-zeitung.de

    <https://www.berliner-zeitung.de/news/vollkommen-unkonstruktiv-kreml-reagiert-auf-europaeischen-friedensplan-li.10007157

    24.11.2025


    *Russland erteilt europäischem Friedensplan Absage: „Vollkommen

    unkonstruktiv“


    *Russland hat den europäischen Gegenvorschlag

    <https://www.berliner-zeitung.de/news/usa-und-ukraine-verstaendigen-sich-auf-ueberarbeiteten-friedensplan-li.10007000

    zu Trumps 28-Punkte-Friedensplan für die Ukraine abgelehnt. Der

    europäische Vorstoß sei „vollkommen unkonstruktiv und für Moskau nicht

    akzeptabel“, erklärte der außenpolitische Berater des Kreml, Juri

    Uschakow, am Montag laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Nobosti.

    Uschakow sagte demnach weiter, dass bestimmte Aspekte des amerikanischen

    Plans, der in der vergangenen Woche vorgelegt wurde, Russland besser

    passten, auch wenn einige Punkte „detailliertere Gespräche“ erforderten.

    „Nicht alle, aber viele Bestimmungen dieses Plans erscheinen uns

    durchaus akzeptabel“, sagte Uschakow vor Journalisten in Moskau.

    Kremlchef Wladimir Putin hatte bereits am Freitag gesagt, die Vorschläge

    der USA könnten als Grundlage für eine Lösung des Konflikts dienen, er

    warnte jedoch, dass russische Truppen weiter vorstoßen würden, falls

    Kiew den Plan ablehne.


    Der Friedensplan der USA hatte in der Ukraine und unter europäischen

    Verbündeten die Sorge ausgelöst, Washington könnte zentrale russische

    Forderungen zu Nato, Gebietsfragen und der Abfolge eines möglichen

    Friedensprozesses akzeptiert haben. Daraufhin legten die europäischen

    Unterstützer einen eigenen Plan vor, der die ukrainischen Bedürfnisse

    stärker berücksichtigen sollte.


    *Was der europäische Plan umfasst

    *Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sah der europäische

    Plan unter anderem vor, dass die Ukraine keine derzeit noch

    kontrollierten Gebiete abtreten muss. Auch eine De-facto-Anerkennung der

    von Russland besetzten Gebiete ist darin nicht vorgesehen. Die

    Begrenzung der ukrainischen Streitkräfte soll auf 800.000 statt 600.000

    Soldaten angehoben werden. Eingefrorenes russisches Staatsvermögen soll

    erst dann freigegeben werden, wenn Russland Ausgleichszahlungen für

    Kriegsschäden leistet.

    Ein Nato-Beitritt der Ukraine bleibt in den europäischen Vorschlägen

    grundsätzlich denkbar. Auch eine allgemeine Amnestie für

    Kriegsverbrechen ist nicht vorgesehen. Die im Plan der USA genannte

    Frist von 100 Tagen für Neuwahlen in der Ukraine fehlt in der

    europäischen Version.


    *USA und Ukraine überarbeiteten 28-Punkte-Plan

    *Inzwischen haben die USA und die Ukraine den amerikanischen Vorschlag

    gemeinsam überarbeitet. Das teilten beide Seiten nach Gesprächen in Genf

    in einer gemeinsamen Erklärung mit, die am Sonntag veröffentlicht wurde.

    Man habe einen „aktualisierten und verfeinerten Friedensrahmen“

    erarbeitet und wolle „in den kommenden Tagen“ weiter eng

    zusammenarbeiten. Er werde „vollständig“ die Souveränität der Ukraine

    bewahren, teilte das Weiße Haus mit.

    <https://www.whitehouse.gov/briefings-statements/2025/11/joint-statement-on-united-states-ukraine-meeting/>


    US-Außenminister Marco Rubio gab an, die Vereinigten Staaten hätten im

    Rahmen der Gespräche in Genf unter anderem zugestimmt, die europäische

    Integration der Ukraine und ihre Nato-Mitgliedschaft in getrennte

    Verhandlungen zu verschieben. Die Financial Times berichtete unter

    Berufung auf mit den Verhandlungen vertraute Personen, der Plan

    beinhalte inzwischen nur noch 19 Punkte. Jedoch machten die Quellen

    keine Angaben, welche Elemente gestrichen wurden.

    Russland habe den offiziellen Text des überarbeiteten Plans bislang

    nicht erhalten, hieß es derweil am Montag von Kremlsprecher Dmitri

    Peskow laut der russischen Nachrichtenagentur Tass

    <https://tass.com/politics/2047811>.



    *22.11.2025 Scott Ritter:

    **Aus für Selenskyj - Trumps Friedensplan scheitert - Russland sprengt

    die NATO


    *Scott Ritter erklärt, wie Trumps „Friedensabkommen“ massive Panik

    ausgelöst hat, während Selenskyj und die europäischen NATO-Länder

    versuchen, die Verluste angesichts von Russlands bevorstehendem Sieg in

    der Ukraine einzudämmen.

    /Siehe Video ((in Deutsch):

    /https://www.youtube.com/watch?v=T8GYHUQGQL8



    *22.11.2025 Larry Johnson:

    Russland lehnt den 28-Punkte-Friedensplan ab


    *Larry Johnson ist ein ehemaliger Geheimdienstanalyst der CIA, der auch

    im Büro für Terrorismusbekämpfung des US-Außenministeriums tätig war.

    Johnson erläutert, warum der 28-Punkte-Friedensplan in seiner

    derzeitigen Form für Moskau nicht akzeptabel sein wird.

    /Siehe Video (in Deutsch):

    /https://www.youtube.com/watch?v=sUPRW7CPWMA


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.11.2025

    Friedensbüro-Termine für Dezember

    aus e-mail von Friedensbüro Hannover, 24. November 2025, 14:18 Uhr


    Liebe Friedensfreundinnen und -freunde, https://frieden-hannover.de/2-12-erstes-vorbereitungstreffen-zum-ostermarsch-2026/


    Hier unsere Termine für den Dezember:

    2.12. Erstes Vorbereitungstreffen zum Ostermarsch 2026 https://frieden-hannover.de/2-12-erstes-vorbereitungstreffen-zum-ostermarsch-2026/


    Am Dienstag, den 2.12. nutzen wir unseren Friedenspolitischen AK – um 19 h im Pavillon – für das erste Treffen zur Ostermarsch-Vorbereitung für das nächste Jahr.


    5.12. Schulstreik gegen neue Wehrpflicht https://frieden-hannover.de/5-12-schulstreik-gegen-neue-wehrpflicht/


    Ob das mit dem „Streik“ klappt? Auf jeden Fall rufen die Initiativen gegen die Wehrpflicht zu eine  Kundgebung am Freitag, 5.12. um 13.30 auf dem Bahnhofsvorplatz auf.


    Protest gegen Sozialabbau am 16. Dezember https://frieden-hannover.de/protest-gegen-sozialabbau-am-16-dezember/


    Für Dienstag, den 16.12. um 18 h ruft verdi in der Goseriede in einem Bündnis von etwa 18 Organisationen zu Sozialprotesten gegen die vielfältigen Kürzungen bei Sozialem, Bildung, Gesundheit, Klimaschutz usw. auf.

    Das Friedensbüro weist darauf hin, dass diese Kürzungen immer mit „Sparzwang“ begründet werden. Wenn die Bundesregierung aber vorhat, 5 % des BIP = etwa 40-45 % des Bundeshaushalts für Rüstung auszugeben, ist dieser Sparzwang hausgemacht! Das betrifft jeden!


    Unsere IPPNW-Ausstellung „Hiroshima – Nagasaki“ https://frieden-hannover.de/ippnw-ausstellung-hiroshima-nagasaki/  in der VHS, Burgstraße 1, 2. Et. wurde bis zum 28.11.25 verlängert, kann also in dieser Woche noch angesehen werden.


    Unsere Mahnwachen für den Frieden finden donnerstags von 16.30-17.30 wegen des Weihnachtsmarktes am Schillerdenkmal statt.


    Ich habe diesmal einige neue und alte "Bekannte" in den BCC gesetzt. Wer gerne in unseren Friedensbüro-Infoverteiler aufgenommen werden möchte, gebe mir kurz Nachricht.


    Ich wünsche uns und allen, dass es in der Weihnachtszeit auch mal gute, friedliche Nachrichten gibt und keine neuen Katastrophen. Das einzige was man dafür tun kann: Was Tun! Gemeinsam mit anderen!


    Herzliche Grüße

    Agnes

    Friedensbüro Hannover

    0176 4350 8325


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.11.2025

    Alastair Crooke: Kirill Dmitriev scheint möglicherweise hereingelegt worden zu sein

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 24. November 2025, 


    -------- Weitergeleitete Nachricht --------

    Betreff: Alastair Crooke: Kirill Dmitriev scheint möglicherweise

    hereingelegt worden zu sein

    Datum: Sun, 23 Nov 2025 16:16:57 +0000

    Von: Martin Leo


    https://conflictsforum.substack.com/p/the-us-bait-and-switch-operation?utm_source=share&utm_medium=android&r=12utvo&triedRedirect=true 

    <https://conflictsforum.substack.com/p/the-us-bait-and-switch-operation?utm_source=share&utm_medium=android&r=12utvo&triedRedirect=true>


    Die US-amerikanische „Köder-und-Tausch“-Operation, die Putins

    „Grundprinzipien“ ins Visier nimmt

    von Alastair Crooke, _21. November 2025_


    Nun liegen uns also die Details des 28-Punkte-Plans vor, den der

    ukrainische Parlamentsabgeordnete Goncharenko als Übersetzung des

    Originals bezeichnet hat.Der Text – verfasst als vermeintlicher

    Rechtsvertrag – wird jedem erfahrenen Leser als Amateurwerk erscheinen,

    das sich in mehreren Teilen auf „nachfolgende Diskussionen“ und

    „Erwartungen“ stützt.


    Das heißt, vieles bleibt unklar, vage und nicht eindeutig festgelegt.

    Ein solcher Plan wäre natürlich – im Großen und Ganzen – für Moskau

    inakzeptabel (auch wenn man ihn nicht offen ablehnen würde). Dennoch hat

    der Plan in Europa Empörung und Widerstand hervorgerufen. Der Economist

    (der die Sichtweise des Establishments widerspiegelt) bezeichnet das

    Papier als „ einen schrecklichen amerikanisch-russischen Vorschlag … der

    viele der maximalistischen Forderungen [Russlands] erfüllt und noch

    einige weitere hinzufügt “.Die Europäer und Großbritannien wollen die

    Kapitulation Russlands, ganz einfach.


    Der springende Punkt, den Moskau klarstellt, ist, dass Kirill Dmitriev –

    Steve Witkoffs Gesprächspartner bei der Ausarbeitung des Dokuments –

    weder Präsident Putin noch Russland vertritt. Er hat keinerlei

    offizielles Mandat.


    Putins Sprecher Dmitri Peskow erklärt kurz und bündig: „Es gibt keine

    formellen Konsultationen zwischen Russland und den USA über eine Lösung

    des Ukraine-Konflikts; es bestehen jedoch Kontakte. Maria Sacharowa

    erklärte: ‚Das russische Außenministerium hat von den USA keinerlei

    offizielle Informationen über angebliche „Abkommen“ zur Ukraine

    erhalten, über die die Medien so enthusiastisch berichten . ‘“„Moskau

    vertritt den Standpunkt, dass Russland nur innerhalb der Grenzen seiner

    erklärten Prinzipien zu einem Dialog bereit ist, und die USA haben

    bisher nichts Offizielles angeboten, das als Ausgangspunkt dienen könnte.“


    Was ist da los?


    Zwei politisch unerfahrene „Nicht-Gesandte“ führten Gespräche und

    entwickelten daraus offenbar spekulative Vorschläge. Es ist nicht einmal

    klar, ob Dmitrijew für seine Gespräche mit Witkow in den USA im Oktober

    die Zustimmung der Behörden hatte oder ob er auf eigene Initiative

    handelte. Das russische Außenministerium bestreitet jegliche Kenntnis

    vom Inhalt dieser ausführlichen Gespräche. Es wäre ungewöhnlich, wenn

    Dmitrijew niemanden in Moskau eingeweiht hätte.


    In jedem Fall hat Präsident Putin seine eigene Antwort auf die Flut von

    Berichten, die in den westlichen Medien kursieren (basierend auf Leaks

    an Axios, die offenbar von Dmitriev stammen), versandt: In

    Militäruniform besuchte Putin den Gefechtsstand der Kampfgruppe West an

    der Front, wo er schlicht erklärte, dass das russische Volk Ergebnisse

    von der Spezialoperation (SMO) „ erwartet und braucht “: „ Die

    bedingungslose Erreichung der Ziele der SMO ist das Hauptziel für

    Russland “, sagte er .Putins Antwort an die USA ist daher eindeutig.


    Es sieht also so aus, als ob dieses aus amerikanischer Sicht verfasste

    Diskussionspapier als klassische „Lockvogel-Taktik“ konzipiert war.

    Außenminister Rubio hat wiederholt erklärt , er wisse nicht, „ ob

    Russland es mit dem Frieden ernst meint oder nicht“. „Wir testen, ob die

    Russen an Frieden interessiert sind. Ihre Taten – nicht ihre Worte,

    sondern ihre Taten – werden zeigen, ob sie es ernst meinen oder nicht,

    und wir beabsichtigen, das so schnell wie möglich herauszufinden … Es

    gibt einige vielversprechende Anzeichen; es gibt aber auch einige

    beunruhigende Anzeichen.“


    Die Vorschläge dürften also eine Falle gewesen sein, um Russland zu

    testen. Zum Beispiel testen sie Russland in mehreren Bereichen:„Es wird

    erwartet, dass die NATO nicht weiter expandiert, sondern auf einem

    Dialog zwischen Russland und der NATO unter Vermittlung der USA beruht;

    die Ukraine erhält ‚zuverlässige Sicherheitsgarantien‘ [undefiniert];

    die Stärke der ukrainischen Streitkräfte wird auf 600.000 Mann

    ‚begrenzt‘ [sic]; die USA werden für diese Garantien entschädigt ;

    sollte Russland in die Ukraine einmarschieren, werden neben einer

    entschiedenen, koordinierten militärischen Reaktion alle globalen

    Sanktionen wieder in Kraft gesetzt, die Anerkennung neuer Gebiete und

    alle anderen Vorteile widerrufen; die USA werden mit der Ukraine beim

    gemeinsamen Wiederaufbau … und Betrieb der ukrainischen

    Gasinfrastruktur, einschließlich Pipelines und Speichereinrichtungen,

    zusammenarbeiten.“


    „Die Aufhebung der Sanktionen [gegen Russland] wird schrittweise und auf

    individueller Basis erörtert und vereinbart werden .“


    „100 Milliarden Dollar eingefrorener russischer Vermögenswerte werden in

    von den USA geführte Wiederaufbau- und Investitionsbemühungen in der

    Ukraine investiert. Die Vereinigten Staaten erhalten 50 % der Gewinne

    aus diesem Vorhaben; Russland wird eine Nichtangriffspolitik gegenüber

    Europa gesetzlich verankern [jedoch wird keine Gegenleistung seitens

    Europa erwähnt].“


    „Die Krim, Luhansk und Donezk werden de facto als russisch anerkannt ;

    Cherson und Saporischschja werden entlang der Kontaktlinie eingefroren ,

    was einer faktischen Anerkennung entlang der Kontaktlinie gleichkommt ;

    Russland verzichtet auf die anderen annektierten Gebiete“ [Hervorhebung

    hinzugefügt].


    Die nachfolgenden Absätze stellen faktisch einen Waffenstillstand dar –

    keine Friedensvereinbarung –, wobei die Anerkennung nur de facto (und

    nicht de jure ) erfolgt:„Dieses Abkommen ist rechtsverbindlich. Seine

    Umsetzung wird von einem Friedensrat unter Vorsitz von Präsident Trump

    überwacht und gewährleistet.“„Sobald eine Einigung erzielt ist, tritt

    der Waffenstillstand in Kraft.“


    Es ist unwahrscheinlich, dass diese Vorschläge von den Europäern,

    Russland oder gar Selenskyj akzeptiert werden. Ihr Ziel ist es, einen

    völlig neuen Ausgangspunkt für jegliche Verhandlungen zu diktieren. Alle

    darin vorgesehenen russischen Zugeständnisse werden von den USA

    eingesteckt, während Russlands erklärte Prinzipien mit Füßen getreten

    werden. Der Druck auf Russland wird zunehmen.


    Tatsächlich hat die Eskalation bereits begonnen. Zeitgleich mit der

    Veröffentlichung der Vorschläge wurden vier von den USA gelieferte und

    gezielt eingesetzte Langstrecken-ATACMS tief in russisches Territorium

    vor 2014 bei Woronesch abgefeuert, wo sich Russlands strategische

    Überhorizontradaranlagen befinden. Alle wurden abgeschossen, und

    russische Iksander-Raketen zerstörten umgehend die Startplattformen und

    töteten die zehn Bediener.


    Finanzminister Scott Bessent hat mit weiteren Sanktionen gegen Russland

    gedroht, und Trump hat angedeutet, dass er mit Senator Lindsay Grahams

    Vorschlag für 500-prozentige Sanktionen gegen diejenigen, die mit

    Russland Handel treiben, einverstanden ist – vorausgesetzt, er, Trump,

    hat die volle Entscheidungsgewalt über das neue Sanktionspaket.


    Das übergeordnete Ziel dieser Vorschläge ist eindeutig, Putin in die

    Enge zu treiben und ihn von seinen Grundprinzipien abzubringen – etwa

    seinem Beharren darauf, die Ursachen des Konflikts und nicht nur die

    Symptome zu beseitigen. In diesem Papier findet sich kein Hinweis auf

    eine Anerkennung der Ursachen [NATO-Osterweiterung und

    Raketenstationierung], abgesehen von dem vagen Versprechen eines

    „Dialogs zwischen Russland und der NATO unter Vermittlung der

    Vereinigten Staaten, um alle Sicherheitsfragen zu lösen und die

    Voraussetzungen für eine Deeskalation zu schaffen, wodurch die globale

    Sicherheit gewährleistet und die Möglichkeiten für Zusammenarbeit und

    künftige wirtschaftliche Entwicklung erweitert werden sollen“. Blablabla.


    Eine Eskalation scheint bevorzustehen. Russland wird überlegen müssen,

    wie es die USA militärisch wirksam abschrecken kann, ohne dabei die

    Eskalationsleiter zum Dritten Weltkrieg in Gang zu setzen. Das richtige

    Verhältnis zwischen Abschreckung und der Offenhaltung der diplomatischen

    Möglichkeiten zu finden, ist ein schmaler Grat – eine zu starke Betonung

    der Abschreckung kann (kontraproduktiv) lediglich dazu führen, dass ein

    Gegner die Eskalationsleiter weiter hochfährt.


    Eine zu starke Betonung der Diplomatie könnte von einem Gegner hingegen

    als Schwäche ausgelegt werden und eine Eskalation des militärischen

    Drucks nach sich ziehen.Die Vorschläge von Witkoff und Dmitriev mögen

    gut gemeint gewesen sein (oder auch nicht), aber es ist

    unwahrscheinlich, dass die Hüter der tiefen Architektur der globalen

    Redemptio Equitis Russland erlauben werden, seine „konträren“ Werte zu

    bewahren.Kirill Dmitriev scheint möglicherweise hereingelegt worden zu sein.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.11.2025

    Ukraine: Der ehemalige Westen verhandelt mit sich selbst

    lostineu.eu, 24. November 2025

    Deutschland, Frankreich und mehrere andere EU-Länder (längst nicht alle) haben einen Gegenvorschlag zum US-Friedensplan für die Ukraine vorgelegt. Die Agentur Reuters hat erste Details veröffentlicht – sie lassen nichts Gutes ahnen.

    Denn statt eine echte Alternative zu formulieren, arbeiten sich Kanzler Merz & Co. am doch angeblich unannehmbaren, weil allzu “russischen” 28-Punkte-Plan von US-Präsident Trump ab.

    Und statt endlich selbst die Initiative zu ergreifen und mit Moskau ins Gespräch zu kommen, richten sich die diplomatischen Bemühungen wieder nur auf Washington und den MAGA-Mann.

    Der ehemalige Westen verhandelt mit sich selbst. Wobei es den EUropäern nur am Rande darum geht, Frieden in der Ukraine zu schaffen – denn dann müßten sie auch mit Kremlchef Putin reden!

    Im Vordergrund der hektischen diplomatischen Bemühungen in Genf, Berlin und Brüssel steht vielmehr, Trump “an Bord” zu halten und angeblich eherne Prinzipien wie die Freiheit zum Nato-Beitritt zu verteidigen.

    For now, European capitals have contented themselves with merely annotating the American-Russian outline. And US Secretary of State Marco Rubio claimed to have no knowledge of the European draft, which hardly bodes well for its authors. Quelle: Euractiv


    Bislang haben sich die europäischen Hauptstädte damit begnügt, den amerikanisch-russischen Entwurf lediglich zu kommentieren. Und US-Außenminister Marco Rubio behauptete, keine Kenntnis von dem europäischen Entwurf zu haben, was für dessen Verfasser kaum Gutes verheißt. Quelle: Euractiv (übersetzt mit deepl., unkorrigiert)

    Außerdem kämpfen die EUropäer um “ihr” Geld – die rund 200 Mrd. Euro RUSSISCHES Zentralbankvermögen, das in Belgien und anderswo festsetzt wurde – und um das ukrainische “Stachelschwein”.

    Kein Witz: So hat EU-Kommissionschefin von der Leyen die ukrainische Armee bezeichnet. Sie soll mindestens 800.000 Soldaten behalten, um Russland abschrecken und EUropa “schützen” zu können.

    Ganz nebenbei gilt es natürlich auch, die EU zu retten – denn wenn Trump sich durchsetzt und mit Russland ins Geschäft kommt, wäre dies für die EU-Granden nicht nur ein München 2.0. sondern ihr Waterloo…

    Mehr zum Krieg um die Ukraine hier

    P.S. Je mehr Änderungen die EUropäer am 28-Punkte-Plan durchsetzen, desto geringer wird die Chance auf eine Einigung mit Russland – und damit auf Frieden. Der EU geht es vor allem um Prinzipien, nicht so sehr um die Menschen…

    Vorschlag der E-3 (Frankreich, Deutschland, UK) zum Trump-Plan ("statt): Kein Verzicht der Ukraine auf Mitgliedschaft in der NATO (statt Verzicht), Stärke der ukrainischen Armee bei 800.000 Soldaten in Friedenszeiten (statt 600.000), keine substantiellen Kampfverbände der NATO in…

    — Gerhard Mangott (@gerhard_mangott) November 23, 2025

    9 Comments

    1. Stef
      24. November 2025 @ 10:00

      Der springende Punkt an der Situation ist m.E., dass zwar den Waffengang beendet, aber die übergreifende Sicherheitsfrage nicht adressiert wird. Ein irgendwie gearteter Kompromiss wird die Brutstätte für den nächsten Waffengang sein. Es ist z.B. vollkommen klar, dass sich die ukrainischen Nationalisten mit Gebietsabtretungen nicht zufrieden geben wollen. Umgekehrt wird Russland die fünf Oblaste vollständig für sich beanspruchen, die sie von verfassungswegen bereits für Teil Russlands erklärt haben. Ich kann mir zwar vorstellen, dass man in Textform einen Kompromiss findet. Wenn danach aber nicht alle relevanten Kräfte in Europa an einer dauerhaften neuen Sicherheitsarchitektur arbeiten (und zwar mit mittelfristigem Erfolg), vor deren Hintergrund die “verbleibenden Territorialfragen” aus einem “Kompromissfrieden” dann dauerhaft geregelt werden können, dürfte es wieder Krieg geben.

      Danach sieht es derzeit aber nicht aus. Und die USA haben genau daran auch kein Interesse, weil auf dieser Basis dann wieder Kooperation Europa/Russland denkbar wird.

    Antworten

    • Eric Bonse
      24. November 2025 @ 10:13

      Sehr richtig, und sehr bitter. Die EU hat die Sicherheitspolitik aus den Augen verloren. Früher war EUropa dabei mal führend…

      Antworten

  • Helmut Hoeft
    24. November 2025 @ 09:59

    @ebo (Sorry, der Sarkasmus geht durch mit mir!)
    “… sie lassen nichts Gutes ahnen.” ist zu ersetzen durch: “Allein die Nachricht dass sich die €U mit … beschäftigt schließt Gutes aus!” ????

    “… richten sich die diplomatischen Bemühungen wieder nur auf Washington und den MAGA-Mann.” Ja Hallo? Wo wir doch abhängig sind, abhängig sein wollen bis auf ewig, wo wir doch immer diesen Rock brauchen unter den wir uns flüchten wann immer wir gefordert sind, wann immer wir Verantwortungslosigkeit in extenso zelebrieren? (Anmerkung: Der 3. Böse im Bunde ist die €U, dann erst kommt China auf Platz 4)
    “Sie soll mindestens 800.000 Soldaten behalten, …” 800.000 (potentielle) Mörder (nach Tucholsky) auf ~ 28,7 Mio. Staatsbürger (Wikipedia, Stand 2025), D 260.000 (geplant) auf 82 Mio.? Wtf? Ah! * Erleuchtung * Die Ukraine verteidigt ja am Hindukusch …
    Nachsatz: Und die ca. 8 Mio Ukrainer die sich nach “Außerlandes” verlaufen haben, wo bleiben die?
    Btw.: Wie man hört ist ein allgemeines Suchen nach Rosinen im Schoißhaufen zu Gange; deutet das vllt. doch noch auf einen Endsieg hin? Für Wen? m( (s.u. bei Guido B.)

    Den Rest beschreibt @Thomas Damrau in seinem Kommentar sehr treffend. Danke dafür!

    @Guido B.
    “Bestenfalls kann ein dyslunktionaler Rumpftstaat übrigbleiben.” Um den sich dann die €U rührend kümmern wird? Sie wird über die Ukraine auseinanderfliegen (endlich?)! Donald John und Wladimir Wladimirowitsch werden den Endsie einfahren!

    c.c.: Der Böse muss ignoriert werden – schickt die Bösen nach Hause, sofort! Diese €U ist aufzulösen und durch eine republikanische EU zu ersetzen! Die Folgen sind vom Bürger zu tragen, so oder so!

    Antworten

  • Thomas Damrau
    24. November 2025 @ 09:13

    Die Rollenteilung scheint mir relativ klar zu sein:
    — Trump testet im Augenblick aus, wie viele Kröten er der Ukraine zumuten kann.
    — Die Ukraine ist eingequetscht zwischen dem kriegsmüden Trump, den delirierenden EU-Granden und einem Putin, der langsam die Daumenschrauben anzieht. Die Ukraine wird viele Kröten schlucken müssen. Im besten Fall kann Selenskyj die giftigsten vom Teller diskutieren.
    — Die EU kann schon mal mit der Sammelbüchse rumgehen: Ihr wird die Rolle zufallen, das Wegräumen der Trümmer und den Wiederaufbau zu bezahlen. Das augenblickliche aufgeregte Flügelschlagen der EU-PolitikerInnen soll davon ablenken, dass niemand an der Meinung der EU interessiert ist (auch Selenskyj nicht). Trump hat eingesehen, dass die Handlungsoptionen der Ukraine gegen Null gehen und jeder ukrainische Soldat, der jetzt noch fällt, einer zu viel ist. Die EU, allen voran die unsägliche Frau Kallas, hat außer Durchhalteparolen wenig zu bieten: “Macht halt mal weiter. Vielleicht geschieht ja noch ein Wunder. Ein paar Tote für einen (nicht erreichbaren) gerechten Frieden müssen schon noch sein.”

    Die grobe Richtung scheint klar zu sein:
    — Putin wird viel bekommen, aber vermutlich nicht alles, was er sich wünscht.
    — Erst werden die Friedensbedingungen definiert und dann die Kampfhandlungen eingestellt.
    Gegen diese beiden Ergebnisse hat sich die EU mit Händen und Füßen vergeblich gewehrt.

    Wie groß Putins Beute sein wird, werden wir in den nächsten Wochen erfahren. Bis dahin darf munter spekuliert werden und die EU kann sich weiter einreden, dass sie das Ergebnis der Verhandlungen beeinflusst hat – wie “Joe” Wadephul es heute früh im DLF-Interview auf fast schon rührende Weise versucht hat (https://www.deutschlandfunk.de/trumps-friedensplan-und-europa-interview-mit-bundesaussenminister-wadephul-100.html).

    Antworten

  • Guido B.
    24. November 2025 @ 08:40

    Die Ukraine muss untergehen. Bestenfalls kann ein dyslunktionaler Rumpftstaat übrigbleiben. Ein anderes Resultat dieses Krieges wird immer unvorstellbarer.

    Antworten

    • Eric Bonse
      24. November 2025 @ 08:51

      Genau das will die EU verhindern. Sie hat ihre Politik ganz auf die Ukraine eingestellt, Kiew ist das Zentrum ihres Denkens und Handelns, Selenskyj der oberste “Führer” (Leader)…

      Antworten

  • Erneuerung
    24. November 2025 @ 07:13

    Ich habe den „Gegenvorschlag“ gelesen znd glaube nicht, dass er durchkommt. Aber es ist zumindest Bewegung in die Sache gekommen. Scheitern wird alles, was ohne Russland „ausgeheckt“ wird.

    Antworten

  • european
    24. November 2025 @ 06:20

    Die EUropäer verhalten sich lächerlich. Sie versuchen sich in Schadensbegrenzung und Gesichtswahrung, was m.E. nicht gelingen wird. Von dem, was alles so an die Öffentlichkeit dringt, kann man erkennen, dass es genau so läuft, wie Colonel Wilkerson es in seinem Gespräch dargelegt hat. Es laufen Verhandlungen hinter den Kulissen mindestens seit Alaska. Fachteams haben die Entwürfe erarbeitet, teilweise gemeinsam mit Russland.

    Nur so geht es.

    Für die EU wird es ein finanzielles Desaster und man darf nur hoffen, dass anschließend nicht nur Köpfe rollen, sondern auch rechtliche Schritte folgen werden, so sie denn überhaupt möglich sind. An der Aufnahme der Ukraine in die EU wird der Block sich verheben.

    Es wird ein politisches Erdbeben in der EU geben, was sich bis in die Länder fortsetzen wird. Merz wackelt ohnehin, bei Macron und Starmer sieht es nicht anders aus.

    Antworten

  • Stef
    24. November 2025 @ 06:14

    Ein Waterloo ist es schon lange. Diesen Krieg haben allen voran die USA produziert. Er war seit Anfang des Jahrtausends absehbar. Dass jetzt die USA die Scherben den Europäern überlassen und lieber mit den Russen Geschäfte machen wollen (die Europa mal gemacht hat), wie anders als Waterloo soll man das bezeichnen? Stalingrad? Poltawa?

    Antworten

  • Schreibe einen Kommentar

    Login with your Social ID


    Info: https://lostineu.eu/ukraine-der-ehemalige-westen-verhandelt-mit-sich-selbst/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Wie EUropa zum Spielball der Großmächte wurde


    lostineu.eu, vom 23. November 2025

    Erpressung, Kapitulation, München 2.0: Die ersten Reaktionen auf den vagen Friedensplan von US-Präsident Trump zeugten von Unverständnis, aber auch von Wut und Panik. Wieder einmal, so schien es, sei EUropa übergangen worden.

    Doch so einfach ist es nicht. Der ukrainische Präsident Selenskyj wußte offenbar schon lange von den amerikanisch-russischen Gesprächen, die dem 28-Punkte-Plan zugrunde liegen. Sie gefielen ihm nicht, deshalb blockte er alles ab.

    Auch Kanzler Merz war nach einem – unwidersprochenen – Bericht der “Berliner Zeitung” eingeweiht. Doch obwohl er sich gern in einer “Führungsrolle” sieht, hat er geschwiegen. Merz hat nicht einmal versucht, einen Gegenplan zu entwerfen.

    Das einzige, was Merz und die EU vorweisen können, ist das (bisher uneingelöste) Versprechen, die Ukraine weiter kriegstüchtig zu machen. Dieses Versprechen folgt einem simplen Denkmuster.

    “Erstens: Russland schwächen. Zweitens: die Ukraine unterstützen.” So beschrieb die EU-Außenbeauftragte Kallas den europäischen “Plan”, der in Wahrheit keiner ist.

    Dies spricht nun auch Trump-Vize J.D. Vance aus: “There is a fantasy that if we just give more money, more weapons, or more sanctions, victory is at hand.

    Vance spricht von einer “Fantasy”, einer Wahnvorstellung. Ich sprach in diesem Blog von “Realitätsverlust”.

    Dieser Realitätsverlust zeigt sich nicht nur an der Reaktion auf den Trump-Plan, sondern auch in der Leugnung der Fakten “on the ground”: Russland ist militärisch in der Offensive, die Ukraine kann eigentlich nur noch verlieren.

    Nimmt man noch hinzu, daß die EU jeden Schritt von Selenskyj abhängig macht, der selbst durch Korruptionsaffären massiv geschwächt ist, so hat man die Gründe beisammen, warum EUropa zum Spielball der USA und Russlands geworden sind.

    Weiterlesen hier (Paywall). Siehe auch Wie viel Putin steckt in Trumps Friedensplan?

    Dieser Beitrag stand zuerst in unserem Newsletter. Mehr Newsletter hier. Abonnement hier (via STEADY)

    1 Comment

    1. Helmut Hoeft
      24. November 2025 @ 08:50

      Es wird seit Jahrzehnten über den Hort der Bösen geredet, hergezogen, behauptet. Verschwindend wenig wird über den geredet, der der Welt seit mind. 100 Jahren Demokratie und Freiheit seiner eigenen Geschmacksrichtung bringt/bringen will und dafür den größten Militärapparat der Welt vorhält – mit ~ 800 Militärstützpunkten weltweit (800 mal für Frieden, Freyheid und Demokrazie m( ) –, den größten m-iK vorhält, die allermeisten Kriege (weltweit!) der letzten 250 Jahre “mitgestaltet” …

      Und wenn ein Gespräch, eine Diskussion in die Nähe der Beleuchtung der Rolle dessen kommt heißt es sofort: “Unser bester Freund, Beschützer unserer Freiheit, unseres Friedens, unserer Sicherheit, unserer Demokratie!” Das heißt nix anderes als: “Wir stimmen überein mit unserem besten Freund (nach meiner Meinung, dem “Oberbösen”) erklären den Anderen zum alleinigen Bösen und halten uns diesen auf ewig als Feind! m(

      Die europäische Strategie kann nur sein: “Wir wollen und werden auf eigenen Beinen stehen! Wir wollen souverän sein!” Ob da der Joachim-Friedrich Martin Josef und seine europäischen Kollegen mitziehen? Größte Zweifel sind angebracht, denn das hieße ja “besser machen”, besser machen als die Knallköppe heute da draußen, das hieße “Verantwortung tragen statt sich immer wieder unter den Rock zu flüchten”.

      c.c.: Der Böse muss ignoriert werden – schickt die Bösen nach Hause, sofort! Diese €U ist aufzulösen und durch eine republikanische EU zu ersetzen! Die Folgen sind vom Bürger zu tragen, so oder so!

    Antworten

    Schreibe einen Kommentar

    Login with your Social ID


    Neueste Beiträge

    BBC / Trumpvon KK12. November 2025, 12:36

    Bürger loben EU für Demokratie un …von KK12. November 2025, 12:33

    Weitere Kommentare hier (Forum)

    © Lost in EUrope 2025

    Powered by WordPressThemify WordPress Themes

    Von Google verwaltet. Entspricht dem IAB-TCF. CMP-ID: 300

    This website 'Lost in EUrope' would like to send push notifications

    Allow

    Close

    Powered by PushEngag

    Info: https://lostineu.eu/so-wird-europa-zum-spielball-der-grossmaechte/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Wie viel Putin steckt in Trumps Friedensplan?


    lostineu.eu, vom 23. November 2025

    Wurde der Friedensplan für die Ukraine wirklich von US-Präsident Trump und seinen Beratern ausgearbeitet? Und wie weit kommt er Russlands Staatschef Putin entgegen? Darüber gibt es viele Spekulationen. – Ein Faktencheck.

    Für Irritationen sorgten Aussagen des republikanischen Senators Rounds, der nach einem Telefonat mit Außenminister Rubio sagte, der Plan sei von Moskau an die US-Regierung herangetragen worden.

    „Es handelt sich nicht um unsere Empfehlung, es ist nicht unser Friedensplan“, sagte er unter Berufung auf Rubio. Senator King fügte hinzu, der Plan sei „im Wesentlichen die Wunschliste der Russen“. 

    Dem widersprach Rubio später auf X. Der Plan sei von den USA erstellt worden und basiere auf „Anregungen der russischen Seite, aber auch auf früheren und aktuellen Beiträgen der Ukraine“.

    Was stimmt denn nun? Das lässt sich schwer sagen. Sehr wohl lässt sich aber beurteilen, wie viel “Putin” in dem Plan steckt – und was Trumps unverwechselbare Handschrift trägt.

    Es geht um 28 Punkte – die Spekulation, dass es ursprünglich mal 30 oder mehr waren, lassen wir beiseite. Eine russische Handschrift tragen vor allem die folgenden Forderungen:

    • Die Ukraine soll akzeptieren, dass ein Teil ihres Staatsgebiets künftig zu Russland gehört – darunter der gesamte Donbass.
    • Die Ukraine soll einwilligen, dass ihre Streitkräfte auf 600.000 Soldaten begrenzt werden.
    • Russland soll für Kriegsverbrechen keine Bestrafung fürchten müssen.
    • Russland soll eine Wiederaufnahme in die Gruppe der G7 zugesichert werden – sie würde wieder die G8.
    • Die Nato soll nicht nur auf den Beitritt der Ukraine, sondern auch auf die Aufnahme anderer neuer Mitglieder verzichten.

    Die erste, vierte und fünfte Forderung hatte sich Trump schon im Frühjahr zu eigen gemacht. Die zweite Forderung ist nicht so radikal, will sie klingt – vor dem Krieg hatte die Ukraine viel weniger Soldaten.

    Was die Kriegsverbrechen betrifft: Sind die USA je für ihre Kriegsverbrechen in Vietnam, Korea, Irak oder anderswo bestraft worden? Wird Israel für seine Verbrechen in Gaza zur Rechenschaft gezogen?

    100 Prozent Trump

    Auf der anderen Seite enthält der Plan einige Punkte, die eindeutig Trumps Handschrift tragen. So sollen die USA für nicht näher bezeichnete Sicherheitsgarantien eine “Prämie” erhalten.

    Unter Punkt 14 heißt es: “100 Milliarden US-Dollar an eingefrorenen russischen Vermögenswerten werden in die von den USA geleiteten Bemühungen zum Wiederaufbau und zu Investitionen in der Ukraine investiert. Die USA erhalten 50 Prozent der Gewinne aus diesem Vorhaben.

    Das ist zu 100 Prozent Trump. Er hat sich ja auch schon kritische Rohstoffe aus der Ukraine gesichert. Auch Punkt vier klingt sehr amerikanisch. Dort heißt es:

    “Es wird ein Dialog zwischen Russland und der Nato unter Vermittlung der Vereinigten Staaten stattfinden, um alle Sicherheitsfragen zu klären und Bedingungen für eine Deeskalation zu schaffen, um die globale Sicherheit zu gewährleisten und die Möglichkeiten für Zusammenarbeit und zukünftige wirtschaftliche Entwicklung zu verbessern.”

    Gaza als Blaupause

    Und dann wäre da noch Punkt 27. “Diese Vereinbarung ist rechtsverbindlich. Ihre Umsetzung wird vom Friedensrat unter der Leitung von Präsident Donald Trump überwacht und garantiert. Bei Verstößen werden Sanktionen verhängt.”

    Das erinnert sehr an das sog. Friedensabkommen für Gaza, das ebenfalls von Trump überwacht wird. Dieses Abkommen hatte die EU lauthals begrüßt und gefordert, nun dasselbe für die Ukraine zu machen…

    FAZIT: Der Friedensplan geht erkennbar auf russische Kernforderungen ein. Allerdings hat Putin bisher noch nicht zu erkennen gegeben, ob er den Plan in dieser Form befürwortet. Es wäre daher falsch, von einem russischen Plan zu sprechen, zumal wichtige Teile die Handschrift Trumps tragen. Was fehlt, ist die deutsche oder europäische Note – die EUropäer hatten und haben keinen eigenen Plan und sind zum Spielball der Großmächte geworden…

    Siehe auch EUropa wird Spielball der Großmächte

    8 Comments

    1. Arthur Dent
      24. November 2025 @ 10:03

      Gestern abend bei Miosga:
      Von wem stammt der Plan? Zwischen Null und Hundert Prozent, denn erst Putin hat kein Interesse an Frieden, dann aber einen “Friedensplan”. Während die EU wieder “olle Kamellen” aufwärmt (hundert Jahre Waffenstillstand, Schutztruppen, Quasi-Beitritt Nato) hat die Ukraine die Wahl zwischen Pest und Cholera.

    Antworten

  • european
    24. November 2025 @ 06:13

    Russland ist bezüglich seiner Aussagen zur Ukraine immer konsistent gewesen. Selbst unter Jelzin. Sie haben es immer wieder gesagt, der Westen hat nur nicht zugehört. Neutralität der Ukraine, keine Waffenstationierung, keine NATO-Mitgliedschaft etc. Von daher wundert es nicht, dass der Verhandlungsvorschlag russische Sicherheitsinteressen aufgreift. Würde er das nicht tun, gäbe es keine Verhandlung. Von daher ist die Fragestellung danach absurd, wieviel Putin in diesem Vorschlag stecke.

    Antworten

  • Guido B.
    24. November 2025 @ 05:04

    Der Plan ist Makulatur. Und neue Pläne nach dem Geschmack der Ukraine und Europäer wird Russland schon gar nicht akzeptieren.

    Trump hätte ein Machtmittel, wenn er es ernst meint: Entzug der Unterstützung. Doch das wird nie geschehen, weil zu viele Geschäftsinteressen mit dem Krieg gegen Russland verbunden sind.

    Verhandeln ist reine Zeitverschwendung. Russland muss sein Ziel militärisch erreichen. Das bedeutet weiter Krieg und Eskalation.

    Antworten

  • WBD
    23. November 2025 @ 19:40

    Also, ich sehe ‘Putins Handschrift’ NICHT in diesen beiden Punkten:
    -Russland soll für Kriegsverbrechen keine Bestrafung fürchten müssen.
    -Russland soll eine Wiederaufnahme in die Gruppe der G7 zugesichert werden – sie würde wieder die G8.
    Das mit den ‘Kriegsverbrechen steht im Ursprung ohne Namensnennung, also für beide Staaten.
    Russland hat schon nach dem Alaska-Treffen beim Thema ‘G8’ abgewunken, und ausserdem hat Russland neue Freunde im ‘globalen Süden’ gefunden…

    Antworten

  • KK
    23. November 2025 @ 18:47

    ““Diese Vereinbarung ist rechtsverbindlich. Ihre Umsetzung wird vom Friedensrat unter der Leitung von Präsident Donald Trump überwacht und garantiert.”

    Man macht es von der Person Donald Trump abhängig?
    Der Mann wird im kommenden Jahr 80, und ist auch gem,äss der US-Verfassung nicht mehr lange Präsident. Selbst wenn er sich auf irgendeinem hintzerf***igen Weg eine dritte Amtszeit sichert oder wie Xi zum Präsidenten auf Lebenszeit krönen lässt: er wird nicht ewig leben (was immer ihm Elon Musk oder ein anderer Kumpel auch versprochen haben mag). Und dann?

    Antworten

  • Erneuerung
    23. November 2025 @ 17:21

    Ich hörte heute aus Genf nur Nein. 600000 Soldaten reichen nicht? Wieviele potenzielle Soldaten hat denn die Ukraine überhaupt noch?
    Und gegen Gebietsabtretungen ist man auch weiterhin.
    Vance sagte wohl (glauben kann man heutzutage gar keinem mehr): “Den Europäern fehlt der Realitätssinn”. Das würde ich unterschreiben, wenn man mich bitten würde, was natürlich nicht passiert, denn das wäre ja Demokratie.
    Wenn die Europäer den Plan nach ihren Banderawünschen umgestalten, geht der Krieg weiter. Man könnte dann den jetzigen Stand mit dem von der letzten gescheiterten Vereinbarung vergleichen, um abschätzen zu können, wie die nächsten Jahre verlaufen werden, und das betrifft nicht nur die Ukraine, sondern die ganze Welt, sprich, der Westen und besonders Deutschland beschleunigt seinen Absturz, die Ukraine wird wieder entsprechend kleiner und Brics incl. Russland werden stärker. Dabei gibt es natürlich dann Unterschiede, in der Gesamtwirtschaftsbilanz wird wohl auch Russland geschwächt, dafür China weiter gestärkt. Und im militärischen Bereich wird Russland weitere Joker präsentieren, gegen die der Westen machtlos ist.
    Vermutlich will sowas das Dreamteam um vdL,Macron und Merz.

    Antworten

  • Frank
    23. November 2025 @ 17:10

    Es wird zum 28-Punkte-Plan viel spekuliert. Wer hat wem was diktiert. Für die Russland-muss-ruiniert-werden-Fraktion eindeutig Putins Handschrift. Deshalb auch die massive Gegenreaktion. Sie wollen sich nicht eingestehen, sie haben aufs falsche Pferd gesetzt und stehen kurz vor der Niederlage.
    Die Reduzierung der ukrainischen Streitkräfte kommt dem russischen Kriegsziel der Entmilitarisierung der Ukraine nah. Der Verzicht auf den NATO-Beitritt entspricht ebenfalls russischen Forderungen.
    Putin hat bisher nur betont, die 28 Punkte sind eine Verhandlungsgrundlage. Das bedeutet nicht bedingungslose Zustimmung.
    Allerdings anders als Selenskyj, dessen Land vor einem militärischen, wirtschaftlichen, finanziellen und demografischen Desaster steht, hat Russland Zeit und nach wie vor die notwendigen Ressourcen.

    Antworten

  • Michael
    23. November 2025 @ 17:00

    „ Was stimmt denn nun?“ Ganz einfach: sobald die Wirklichkeit der Wahrheit geopfert wird bleiben nur noch Lügen und Propaganda!

    Antworten

  • Schreibe einen Kommentar

    Login with your Social ID


    Info: https://lostineu.eu/wie-viel-putin-steckt-in-trumps-friedensplan/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.11.2025

    Nachrichten von Pressenza: Ein sicherer Ort sein: Die Kunst der emotionalen Selbstregulierung und die Praxis, anderen ein Heim zu bieten

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 24. November 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 24.11.2025


    Ein sicherer Ort sein: Die Kunst der emotionalen Selbstregulierung und die Praxis, anderen ein Heim zu bieten


    Wir sprechen oft von „sicheren Räumen“, als wären das Strukturen – Zimmer mit den richtigen Worten an der Wand, Richtlinien, die uns schützen, Gemeinschaften, die zu Freundlichkeit verpflichten. Doch Sicherheit ist keine Struktur, der man beitritt. Sie ist ein Zustand&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/ein-sicherer-ort-sein-die-kunst-der-emotionalen-selbstregulierung-und-die-praxis-anderen-ein-heim-zu-bieten/


     -----------------------


    Kinderrechte schützen – Frieden schaffen


    Eine Kunst- und Mahnaktion zum Internationalen Tag der Kinderrechte am Brandenburger Tor Am 20. November, dem Internationalen Tag der Kinderrechte, verwandelten die Friedens- und Menschenrechtsaktivist:innen Ute Bella Donner und Roland Herzig den Pariser Platz in eine farbenfrohe, stille Bühne des&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/kinderrechte-schuetzen-frieden-schaffen/


     -----------------------


    Europa bricht nicht wegen der Bomben zusammen. Es entleert sich von innen


    Europa bricht nicht aufgrund von Raketen, Invasionen oder zerstörten Städten zusammen. Der Bruch ist innerlich. Was geschieht, ist langsamer und gefährlicher als ein Krieg, und Millionen junger Europäer verlassen ihre Heimat, weil es dort, wo sie geboren wurden, keine Zukunft&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/europa-bricht-nicht-wegen-der-bomben-zusammen-es-entleert-sich-von-innen/


     -----------------------


    122 EU-Beamte und Beamte der Mitgliedstaaten sollen mitschuldig sein, Verbrechen gegen die Menschlichkeit an &#8218;Migranten&#8216; auf der zentralen Mittelmeerroute verübt zu haben.


    Pressemitteilung von crimesagainsthumanity.eu Die ICC-Anwälte Dr. Omer Shatz und Dr. Juan Branco reichten beim Internationalen Strafgerichtshof eine 700-seitige Klageschrift ein, in der alle Einrichtungen und Behörden der EU und seiner Mitgliedstaaten benannt werden, die an Verbrechen gegen die Menschlichkeit beteiligt&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/122-eu-beamte-und-beamte-der-mitgliedstaaten-sollen-mitschuldig-sein-verbrechen-gegen-die-menschlichkeit-an-migranten-auf-der-zentralen-mittelmeerroute-veruebt-zu-haben/


     -----------------------


    Kriegseintritt statt Friedensplan


    Der neue Plan der USA und Russlands für einen Waffenstillstand in der Ukraine stößt in Berlin auf Ablehnung. CDU-Abgeordneter fordert faktisch Kriegseintritt. Zwei Drittel der ukrainischen Bevölkerung fordern Friedensverhandlungen Der neue US-amerikanisch-russische Plan für einen Waffenstillstand in der Ukraine stößt&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/kriegseintritt-statt-friedensplan/


     -----------------------


    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    Seite 100 von 1087

    < 1 2 3 4 .. 10 .. 20 .. 30 .. 70 .. 80 .. 90 .. 97 98 99 100 101 102 103 .. 110 .. 120 .. 130 .. 200 .. 300 .. 400 ... 800 .. 900 .. 1000 .. 1060 .. 1070 .. 1080 .. 1084 1085 1086 1087 >